Politik

Zypern-Verhandlungen Nur die Griechen stimmen zu

Nach Gesprächen mit UN-Generalsekretär Kofi Annan haben die griechischen Zyprer einem Referendum über einen Wiedervereinigungsplan der Vereinten Nationen zugestimmt. Aus der griechisch-zyprischen Delegation verlautete am Montag, grundsätzlich sei man zu einer Volksabstimmung bereit. Allerdings seien noch einige Punkte in Annans Plan zu klären.

Annan traf in Den Haag den griechisch-zyprischen Präsidenten Tassos Papadopoulos und den Chef der international nicht anerkannten türkisch-zyprischen Seite, Rauf Denktasch. Aus Verhandlungskreisen verlautete, Annan habe sich bereit erklärt, die von im gesetzte Frist für eine Einigung vom 25. März auf den 28. März zu verlängern. In einem Referendum sollen dann die Bürger beider Inselteile am 6. April über den Plan entscheiden, statt wie bisher geplant am 30. März.

"Die Gespräche gehen weiter", sagte Annan. `Dies ist eine echte Chance, die für eine lange Zeit nicht wiederkommen wird." Vor den Treffen hatte er noch einmal an beide Seiten appelliert, seinem Plan zur Wiedervereinigung der geteilten Mittelmeerinsel zuzustimmen. Die Zeit für Entscheidungen sei nun gekommen, schrieb Annan in einem am Montag veröffentlichten Beitrag für die Zeitung "International Herald Tribune".

Papadopoulos und Denktasch haben weitere Veränderungen des Entwurfs gefordert, Annan erklärte jedoch, damit wäre sein Plan gescheitert. Die Seiten könnten nicht zwischen seinem Plan und einem völlig anderen Plan wählen. Die Auswahl bestehe zwischen seinem Plan und überhaupt keiner Lösung.

Denktasch hatte zuvor das von Annan geforderte Referendum über den Wiedervereinigungsplan abgelehnt. Der Plan besitze noch nicht "die Qualitäten", die zur Vorlage in einer Volksabstimmung nötig seien, erklärte er kurz vor seiner Abreise nach Den Haag. Denktasch und Papadopoulos sollten in Den Haag eigentlich ein Abkommen über Referenden in ihren Inselteilen unterzeichnen.

Zypern soll am 16. April den Vertrag zum EU-Beitritt 2004 unterzeichnen. Sollte es keine Einigung geben, tritt nur der griechische Teil Zyperns der EU bei. Die türkischen Zyprer befürchten für den Fall weitere Isolation und wirtschaftliche Nachteile. Das UN-Konzept sieht zwei weitgehend unabhängige Teilstaaten unter einer schwachen Zentralregierung vor.

Zypern ist seit der türkischen Invasion 1974 geteilt. Allein Ankara erkennt den türkischen Teil als Staat an. Die Türkei hat dort 40.000 Soldaten stationiert.

Quelle: ntv.de