Politik

US-Soldaten in Frankfurt erschossen Obama und Merkel verurteilen Tat

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Zwei Menschen wurden bei der Schießerei getötet.

(Foto: dapd)

Ein Mann aus dem Kosovo erschießt zwei US-Militärs am Frankfurter Flughafen. Zwei andere Soldaten werden schwer verletzt, der Todesschütze wird überwältigt. Ob es sich um einen gezielten Terroranschlag handelt, ist zunächst unklar. Obama und Merkel versprechen Aufklärung.

Am Frankfurter Flughafen sind zwei US-Soldaten erschossen worden. Der mutmaßliche Täter, ein 21-jähriger Kosovar, verletzte zwei weitere Soldaten schwer und wurde am Flughafen festgenommen, wie die Polizei mitteilte. US-Präsident Barack Obama und Bundeskanzlerin Angela Merkel verurteilten die Tat. Zum Hintergrund konnte Hessens Innenminister Boris Rhein zunächst keine Angaben machen. Einen terroristischen Hintergrund schloss der Minister nicht aus, ermittelt werde in alle Richtungen.

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Die Polizei sichert den Tatort.

(Foto: dapd)

Der Schütze tötete die Soldaten in einem Bus der US-Streitkräfte vor dem Terminal 2. Das Fahrzeug sollte die in England stationierten Soldaten nach Ramstein fahren, wo sich eine große US-Luftwaffenbasis befindet. Bei den Opfern handele es sich um Angehörige der Luftwaffe, sagte eine Sprecherin.

Obama spricht von "abscheulicher Tat"

Obama sagte bei einem Presseauftritt in Washington, die USA würden keine Mühen scheuen, um herauszufinden, wie die "abscheuliche Tat" passiert sei. Merkel versicherte, es werde alles zur Klärung der Tat unternommen. Rhein sagte: "Es ist ein völlig sinnloses, furchtbares Verbrechen." Auch Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier zeigte sich erschüttert.

Auch die Regierung des Kosovo verurteilte die "monströse Tat" scharf. Man sei den USA für ihre Unabhängigkeit und Freiheit auf immer dankbar und hoffe, der Täter erfahre die verdiente Strafe, hieß es in einer Mitteilung. Im Kosovo sind amerikanische Soldaten seit 1999 stationiert. Seit der Unabhängigkeit von Serbien 2008 herrscht ein fragiler Frieden im Land.

Strengere Sicherheitsvorkehrungen

Nach der Schießerei wurden die Sicherheitsvorkehrungen am Flughafen erhöht. Ob weiteres zu befürchten sei, müsse noch geklärt werden, sagte Rhein am späten Nachmittag.

Die US-Luftwaffe hatte bis vor wenigen Jahren auf dem Frankfurter Flughafen einen wichtigen Stützpunkt, der für viele Militäreinsätze wie die beiden Kriege im Irak genutzt wurde. Die Rhein-Main Air Base wurde im Jahr 2005 geschlossen. Nach wie vor wird der Flughafen aber von US-Soldaten genutzt, die mit Zivilmaschinen zu ihren Stützpunkten reisen. Die US-Streitkräfte haben im Flughafen ein Empfangszentrum für ankommende Soldaten.

Quelle: ntv.de, dpa/rts/AFP