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Über 100 Zivilisten getötet? Opposition fordert Ende der Luftangriffe

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Aufnahmen eines vergangenen US-geführten Luftangriffs auf Manbidsch. Aktuelle Bilder sind nicht verfügbar.

(Foto: REUTERS)

Mit einem gewaltigen Luftangriff will die US-geführte Koalition gegen den IS Dschihadisten in Syrien auslöschen. Doch die Bomben töten keinen einzigen Islamisten. Stattdessen gibt es Berichte von über 100 getöteten Zivilisten, darunter viele Kinder.

Nach Berichten über Dutzende getötete Zivilisten hat die syrische Opposition eine Aussetzung der US-geführten Luftangriffe auf Stellungen der Extremisten-Miliz Islamischer Staat (IS) gefordert. Derartige Vorfälle trieben den Terroristen neue Anhänger in die Arme, erklärte der Präsident der Syrischen National-Koalition, Anas al-Abdah, in einem Brief an die Staaten der Anti-IS-Koalition.

Bei zwei Luftangriffen nahe der belagerten Stadt Manbidsch sind der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte zufolge mindestens 77 Zivilisten getötet worden, darunter zehn Kinder. Andere Quellen sprechen von bis zu 35 getöteten Kindern. Amnesty International rechnet mit insgesamt mehr als 100 Toten. Der Nachrichtensender Al-Jazeera zitiert Zeugen des Luftangriffs, die sogar von mehr als 200 getöteten Zivilisten sprechen. Im Internet werden Bilder von Kinderleichen nach dem Angriff verbreitet. Es wäre damit bei weitem der Angriff mit den meisten zivilen Opfern der US-geführten-Koalition.

Die Berichte müssten zunächst untersucht werden. Auch die vom Westen unterstützte Freie Syrische Armee, die gegen die Islamisten und die Regierung in Damaskus kämpft, verurteilte "schockierende Massaker" an Zivilisten. Die syrische Regierung warf den USA und Frankreich vor, ihre Bomben auf Zivilisten statt auf Terrorbanden abzuwerfen. US-Verteidigungsminister Ash Carter erklärte am Mittwoch, die Angaben würden überprüft.

"Es scheint sich um einen Fehler zu handeln", sagte der Leiter der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte, Rami Abdel Rahman. Die Angriffe hätten auf Kämpfer der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat in und um das Dorf Al-Tuchar gezielt. Die Ortschaft liegt 14 Kilometer nördlich der IS-Hochburg Minbedsch.

Quelle: n-tv.de, bdk/dpa/AFP

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