Politik

Castor-Transport Osten bleibt nicht verschont

Der Castor-Transport vom stillgelegten brandenburgischen Atomkraftwerk Rheinsberg ins Zwischenlager Lubmin an der Ostsee wird am 9. Mai über die Bühne gehen. Das bestätigten Polizei und Bundesgrenzschutz in Anklam.

Der Zug werde von Rheinsberg über Neubrandenburg, weiter nach Pasewalk und von dort in Richtung Norden ins vorpommersche Greifswald rollen. Zur Absicherung des Transports werden Beamte aus neun Bundesländern eingesetzt.

Am vergangenen Wochenende hatten hunderte Atomkraftgegner mobil gemacht. Begleitet von einem massiven Polizeiaufgebot, demonstrierten sie in Rheinsberg gegen den Transport. Besondere Zwischenfälle gab es nach Polizeiangaben nicht.

Das Rheinsberger Kraftwerk ist seit 1990 abgeschaltet. Der Abtransport der 264 bestrahlten Brennelemente soll den vollständigen Abbau bis zum Jahr 2010 sichern. Atomkraftgegner hatten trotz des Versammlungsverbots entlang der Strecke unter anderem Sitzblockaden angekündigt. Bei einer optimalen Fahrt könne der Atomtransport laut Polizei nach sieben bis acht Stunden abgeschlossen sein. Die Uhrzeit für den Start wurde nicht genannt. Atomkraftgegner rechnen mit 03.00 Uhr nachts.

Kostenfrage weiter offen

Niedersachsens Innenminister Heiner Bartling (SPD) kündigte unterdessen in Hannover an, er wolle bei der Innenministerkonferenz an diesem Mittwoch und Donnerstag dafür werben, dass die anderen Länder zusammen ein Drittel der Kosten der Castor-Transporte nach Gorleben tragen. Ein Drittel solle der Bund übernehmen, ein weiteres Drittel Niedersachsen. Der jüngste Atommülltransport nach Gorleben im März hat Niedersachsen rund 30 Mio. DM gekostet. Bislang hatten sich die Länder geweigert einen Teil dieser Kosten zu übernehmen.

Quelle: ntv.de