Politik

Mit "erotischer Ausstrahlung" PDS will alles anders machen

Die PDS will mit einer Parteireform und einem neuen Parteistatut gegen ihren Mitgliederschwund angehen. Es gehe um eine Erneuerung der Partei, sagte PDS-Bundesgeschäftsführer Rolf Kutzmutz am Sonntag beim Bundesparteitag in Potsdam. Die PDS müsse sich fragen: "Haben wir so etwas wie eine erotische Ausstrahlung auf andere?" In der Partei gebe es nicht zu viele Ältere, sondern zu wenig Junge. Kutzmutz appellierte an die rund 400 Delegierten, auf die Menschen zuzugehen. Neue Mitglieder und mehr Spenden seien angesichts der rückläufigen Einnahmen der Partei überlebenswichtig.

Seit 1993 hat die PDS rund die Hälfte ihre Mitglieder verloren. Derzeit sind es rund 65.750. In den Empfehlungen für eine Parteireform wird auch das Ziel formuliert, Mitglieder aus allen Teilen der Gesellschaft zu gewinnen. Das Konzept für ein neues Statut sieht vor, dass PDS-Mitglieder in anderen Parteien und Organisationen mit ähnlichen Zielen mitarbeiten dürfen. Die Begrenzung von Amtszeiten auf acht Jahre soll gestrichen werden. Urabstimmungen sollen den Rang eines Parteitagsbeschlusses haben. Kutzmutz schlug vor, die Vorschläge im nächsten Jahr auf einer weiteren Konferenz zu diskutieren.

Der PDS-Politiker Gregor Gysi forderte seine Partei auf, die "Partei der deutschen Einheit" zu werden. Wenn sie 2006 erneut in Fraktionsstärke in den Bundestag einziehen wolle, müsse sie sich "dem Zeitgeist entgegenstellen" und machbare Alternativen auf den Tisch legen, sagte Gysi am Sonntag auf einem Bundesparteitag in Potsdam. "Die PDS hat dann ihre Chance, wenn sie wirklich die Partei der deutschen Einheit wird", betonte ihr früherer Parteichef unter dem Beifall der Delegierten. Dazu müsse sie gegen jede Form der Benachteiligung kämpfen.

Quelle: ntv.de