Politik

Gefühllose Wortmonster Partei will Powerpoint stoppen

Das Präsentations-Programm Powerpoint - für die APPP ein Fluch. Ein Flipchart sei viel besser, heißt es aus der Zentrale der schweizerischen Partei. Die kuriose Truppe ist nun erstmals für eine nationale Wahl zugelassen.

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Es ist der Hass auf die engen und umständlichen Grenzen eines Computerprogramms, der der schweizerischen "Anti-Powerpoint-Partei" (APPP) in Kürze frustrierte Wähler zutreiben könnte. Nach eigenen Angaben wurde die Vereinigung für die Parlamentswahl im Oktober zugelassen. Die Partei sieht sich als Vertreter von "monatlich 250 Millionen Bürgern weltweit, die zwangsweise bei langweiligen Präsentationen anwesend sein müssen". Ziel der kuriosen Truppe: Der Zwang zu Powerpoint bei Vorträgen soll gesellschaftlich überdacht werden.

Das gravierende Problem bei Powerpoint sei, dass die Rede in eine Struktur gezwängt werde, die dem natürlichen Redefluss entgegen wirke. Die Rede werde in einzelne kleine Häppchen geteilt. "Powerpoint verleitet zur Substantivierung und zum Formulieren von Wortmonstern, die nur noch vom Verstand verarbeitet werden, aber das Gefühl nicht mehr ansprechen", heißt es auf der Internetseite der Partei.

Die APPP wolle nun die Stimmen von 3 Prozent der Wähler im Kanton Zürich bekommen, hieß es in einer Erklärung. Dann würde erstmals ein Vertreter der Partei in ein europäisches Parlament einziehen. Die Chancen? Offen. Immerhin ist Zürich in weiten Teilen studentisch geprägt.

Spitzenkandidat der APPP ist der Rhetoriktrainer Matthias Pöhm. Er sagt: "Powerpoint muss nicht sein." Wenn man das Flipchart Powerpoint gegenüberstelle, habe man in 95 Prozent der Fälle einen wesentlich besseren Vortrag. "Wir wollen mit unserer Wahlteilnahme Aufmerksamkeit auf das Thema lenken."

Allerdings ist auch etwas Vorsicht geboten, wohin die Aufmerksamkeit gelenkt wird. Parteigründer Pöhm vertreibt parallel zu seinen politischen Aktivitäten ein Buch mit dem Titel "Der Powerpoint-Irrtum". Und das ist mit 27 Euro nicht ganz billig.

Quelle: ntv.de, jmü

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