Politik

Bundesweiter Ärzteskandal Patienten betrogen

Der von den niedersächsischen Krankenkassen aufgedeckte Ärzteskandal um falsche Abrechnungen zieht bundesweit Kreise. "Bei uns haben sich zahlreiche Betroffene aus anderen Bundesländern gemeldet", sagte AOK-Sprecher Oliver Giebel in Hannover. Dabei seien die Patienten offensichtlich betrogen worden. "Die Ärzte verlangten Gelder für Behandlungen, die von den Krankenkassen übernommen werden", sagte Giebel.

Bereits 20 Chirurgen stehen unter Verdacht, doppelt abkassiert zu haben. Zwei Ärzte wurden angeklagt, einem Arzt aus Hannover wurde jetzt die Lizenz entzogen. "In den Skandal verwickelt sind anscheinend aber auch Hautärzte, Augenärzte und Röntgen-Labore", sagte Giebel. Sie alle hätten von ihren Patienten Eigenleistungen verlangt, die diese nicht hätten zahlen müssen.

"Ein Arzt war sogar so dreist und erzählte seiner Patientin, er würde sie nur sofort behandeln, wenn sie 2.000 DM bezahlen würde", sagte der AOK-Sprecher. Aufgeflogen war der Skandal, weil Chirurgen für Gelenkoperationen mit Lasergeräten Geld von ihren Patienten verlangten, obwohl diese Kosten von den Krankenkassen bezahlt werden.

"Außer bei Zahnärzten und bestimmten Eigenleistungen wie Brillengestellen müssen in Deutschland Kassenpatienten keine zusätzlichen Kosten zahlen", sagte Giebel. Betroffene könnten sich bei den Krankenkassen melden.

Quelle: ntv.de

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