Politik

Lutz Bachmann und die Medien Pegida-Chef war "Bild"-Leserreporter

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Bachmann gilt als Organisator der Pegida-Initiative.

(Foto: imago/Robert Michael)

Die Pegida-Anhänger wettern - bevorzugt gegen Politiker und die "Lügenpresse". Dennoch unterhält Chef Lutz Bachmann offenbar ganz gute Kontakte zu einigen Medien. Als ein Linken-Politiker das öffentlich macht, erhält er sogar Drohungen.

Eigentlich ist alles geklärt. "Wir sprechen nicht mit der Presse, dabei bleibt es", sagt Lutz Bachmann bei den Kundgebungen in Dresden. Der Pegida-Chef will nicht mit Journalisten reden. Einladungen in Fernsehrunden lehnte er zuletzt wiederholt ab. Das Verhältnis seiner Bewegung zu Medien ist gestört. Nicht umsonst skandieren die Demonstranten in Dresden regelmäßig Parolen wie "Lügenpresse, halt die Fresse".

Umso mehr verwundert nun ein Tweet des Linken-Bundestagsabgeordneten Niema Movassat mit einem Link auf die Internetseite von Bachmanns PR- und Fotoagentur "Hotpepperpix". Dort lobt der 41-Jährige ausdrücklich "die enge Zusammenarbeit mit namhaften Medien aus aller Welt - vor allem mit dem Axel Springer Verlag". Diese "versetzt uns in die Lage, kompetent, schnell und flexibel auf die teilweise ausgefallenen Wünsche unseres Klientels zu reagieren".

Glaubt man den Sätzen, dann unterhält Bachmann zumindest geschäftlich offenbar einen guten Draht zu einigen Medien. Stimmt das? Der Springer-Verlag geht umgehend auf Distanz. So eng sei die Zusammenarbeit gar nicht gewesen. "Herr Bachmann hat über die letzten Jahre ein paar Fotos an "Bild" verkauft", sagte Verlagssprecherin Sandra Petersen dem "Tagesspiegel". Tätig gewesen sei er "lediglich als 1414-Leserreporter, wie sehr viele andere Bild-Leser auch". Die Fotos hätten keinen politischen Bezug gehabt, es sei immer um lokale Ereignisse und Unfälle im Raum Dresden gegangen.

Bachmann und der Springer-Verlag: ein sonderbares Verhältnis, das Fragen aufwirft. War es Zufall, dass der Pegida-Chef der "Bild" Anfang Dezember eines seiner wenigen Interviews gegeben hat? Movassat sagt dazu: "Einmal mehr zeigt sich die Unglaubwürdigkeit von Bachmann." Die Unannehmlichkeiten seiner Entdeckung bekommt der Linken-Politiker bereits zu spüren. Bei Facebook erhält er Drohungen von angeblichen Pegida-Anhängern. Einer schrieb Mossavat: "Wenn ich deine Fresse bei uns in Dresden sehe lernst du zu Allah zu beten! Ein ekelhafter Typ bist du!"

Quelle: ntv.de, cro