Politik

Freude nach Referendum Polen sagen Ja zur EU

Die Polen haben klar für den EU-Beitritt ihres Landes gestimmt. Nach dem offiziellen Endergebnis des zweitägigen Referendums vom Wochenende entschieden sich 77,5 Prozent der Wähler für den EU-Beitritt. 22,5 Prozent stimmten mit Nein, wie der Vorsitzende der Staatlichen Wahlkommission, Ferdynand Rymarz, am Montagabend mitteilte. Die Wahlbeteiligung lag bei 58,8 Prozent und übertraf damit noch optimistische Erwartungen.

"Der größte Gewinner ist Polen. Ich bin so glücklich", sagte Ministerpräsident Leszek Miller in einem Radiointerview. EU-Kommissionspräsident Romano Prodi und Bundeskanzler Gerhard Schröder gratulierten Polen zu dem Votum und werteten es als historische Entscheidung.

In vielen Tageszeitungen des Landes wurde am Montag die Mehrheit für den EU-Beitritt begrüßt. "Ja, wir sind in der Union", titelte die Tageszeitung "Gazeta Wyborcza". "Hallo Europa", hieß es in dem linken Blatt "Trybuna", während die Wirtschaftszeitung "Puls Biznesu" mit dem Wortspiel "EUphorie" aufmachte.

In der Altstadt von Warschau hatten in der Nacht zahlreiche Menschen das Ergebnis des Referendums mit einem Feuerwerk gefeiert. "Diese Entscheidung eröffnet uns viele Möglichkeiten. Wir werden in der Lage sein, in der EU zu arbeiten und zu studieren", sagte ein 25-jähriger Student.

Polen ist das größte der zehn mittel- und osteuropäischen Länder, um die die EU im kommenden Jahr erweitert werden soll. Die Kandidatenländer Malta, Slowenien, Ungarn, Litauen und Slowakei haben dem EU-Beitritt bereits per Referendum zugestimmt. Am kommenden Wochenende sollen die Tschechen per Referendum abstimmen, im September die Esten und Letten. In Zypern entscheidet das Parlament über den EU-Beitritt.

Quelle: ntv.de