Politik

Erste Gratulanten Politiker begrüßen die "Homo-Ehe"

Als historischen Erfolg hat der Schwulen- und Lesbenverband (LSVD) die ersten amtlich besiegelten Homosexuellen-Partnerschaften gewürdigt. Erstmals würden gleichgeschlechtliche Paare rechtlich anerkannt, erklärte Bundessprecher Manfred Bruns am Mittwoch in Berlin. Die Vorsitzende der Grünen-Bundestagsfraktion, Kerstin Müller, gratulierte den ersten vermählten Paaren und sprach von einem "großen Tag für Schwule und Lesben", weil nun mit der Diskriminierung homosexueller Paare Schluss sei.

Müller und der rechtspolitische Sprecher der Grünen, Volker Beck, sprachen in einer gemeinsamen Erklärung von einem historischen Wendepunkt nicht nur für Homosexuelle. "Die Lebenspartnerschaft ist ein Gewinn für unsere Gesellschaft insgesamt", erklärten sie. Niemandem würde damit etwas weggenommen. Scharf kritisierten die Politiker die bayerische Staatsregierung, weil diese heiratswilligen Homosexuellen die Eintragung vorenthalte. Dies sei "rechtspolitische Anarchie". Auch Schikanen in Ländern wie Thüringen oder Sachsen müssten ein Ende haben.

Die stellvertretende SPD-Vorsitzende Renate Schmidt nannte es überfällig, dass die Diskriminierung aufhöre. Insbesondere im Erbschaftsrecht müsse nun nachgebessert werden. Sie zeigte sich in einem WDR-Interview aber skeptisch, ob gleichgeschlechtlichen Partnern künftig auch das Adoptionsrecht eingeräumt werden soll. Aus ihrer Sicht sei ein Kind "besser dran", wenn es mit beiden Geschlechtern aufwachse.

Bayern notfalls zur Umsetzung zwingen

Die stellvertretende PDS-Fraktionsvorsitzende im Bundestag, Petra Pau, gratulierte den ersten Paaren und forderte erneut eine völlige rechtliche Gleichstellung von homosexuellen Partnerschaften mit der Ehe. Bayern müsse notfalls zur Umsetzung des Bundesrechts gezwungen werden.

Der Bundesverband schwuler Führungskräfte forderte die Wirtschaft auf, Angestellte, die in eingetragenen Lebenspartnerschaften leben, ab sofort bei der Gewährung von Sozialleistungen und der Altersvorsorge wie Verheiratete zu behandeln.

Der LSVD erinnerte daran, dass zwar ein "großer Sprung nach vorne" sei, aber noch keine völlige Gleichstellung mit der Ehe bedeute. Dafür werde weiter gefochten. Das Land Bayern sei aufgefordert, "seine Schikanepolitik gegen Lesben und Schwule aufzugeben."

Quelle: ntv.de