Politik
Die Sicherheitskräfte sind nicht zimperlich.
Die Sicherheitskräfte sind nicht zimperlich.(Foto: AP)
Sonntag, 27. Mai 2012

Parade in Moskau geplant: Polizei nimmt Homosexuelle fest

Homosexuelle haben es nicht leicht in Russland. Zwar ist Homosexualität nicht mehr strafbar, dennoch sind sie ständigen Repressionen ausgesetzt. In Moskau verhindern nun Sicherheitskräfte wieder einmal eine Parade. Viele Demonstranten werden festgenommen.

Die russische Polizei hat erneut eine geplante Homosexuellen-Parade in der Hauptstadt Moskau verhindert. Dutzende Aktivisten wurden am Veranstaltungsort nahe dem Moskauer Rathaus festgenommen und in Polizeiwagen weggebracht. Die Polizei gab an, etwa 40 Demonstranten und noch einmal so viele konservative Gegendemonstranten in Gewahrsam genommen zu haben.

Die Moskauer Behörden hatten die Kundgebung nicht genehmigt. Unter den Festgenommenen war auch Russlands bekanntester Homosexuellenaktivist Nikolai Alexejew. "Es ist erbärmlich, dass sich Russland zu einem totalitären Staat entwickelt hat", schrieb er bei Twitter.

Homosexualität ist in Russland seit dem Jahr 1993 nicht mehr strafbar, Demonstrationen werden aber regelmäßig verboten. Im März trat in der zweitgrößten Stadt St. Petersburg ein Gesetz in Kraft, das Kundgebungen Homosexueller vor den Augen Minderjähriger verbietet und Homosexualität mit Pädophilie gleichsetzt.

Wer gegen das Gesetz verstößt, muss bis zu 500.000 Rubel, umgerechnet 12.800 Euro Strafe zahlen - mehr als ein durchschnittliches Jahresgehalt. Der Staatsduma in Moskau liegt ein landesweiter Gesetzentwurf vor. Russlands Führung signalisiert bereits seit längerem Rückendeckung für die Initiative auch in der Staatsduma.

Homosexualität wird in der russischen Gesellschaft bisher weitgehend Reden über Schwule verboten . Wer in Russland schwul ist, lebt in ständiger Angst vor Ausgrenzung und Gewalt. Es gilt als offenes Geheimnis, dass viele Showstars und Politiker Scheinehen eingehen, um ihr Sexualleben zu verschleiern.

Quelle: n-tv.de