Politik

Atom-Proteste Polizei verzichtet auf “Drahtkäfige”

Die Polizei will auf den Einsatz der umstrittenen "Drahtkäfige" gegen militante Castor-Gegner verzichten. Die 36 "mobilen Gewahrsamszellen" würden abgebaut und nach Hannover zurückgeschickt, teilte ein Polizeisprecher mit.

Gleichzeitig kündigte die Lüneburger Regierungspräsidentin Ulrike Wolff-Gebhardt Demonstrationsverbote an. Sie seien entlang der Transportstrecke zum Zwischenlager Gorleben vorgesehen. Einzelheiten stünden noch nicht fest.

Nach vierjähriger Pause sollen die ersten Rücktransporte von deutschem Atommüll aus der französischen Wiederaufbereitungsanlage La Hague in etwa sechs Wochen nach Gorleben rollen. Das niedersächsische Innenministerium hatte für den Fall von Protesten zunächst auf die Drahtverschläge gesetzt, um Demonstranten bei Auseinandersetzungen vorübergehend in Gewahrsam nehmen zu können.

Gegen den Einsatz hatte es jedoch heftigen Widerspruch gegeben. Mit dem Abbau der umstrittenen Zellen aus Metalldraht wolle die Polizei "einen Beitrag zur Entkrampfung der Situation leisten", sagte der Gesamteinsatzleiter der Polizei, Hans Reime. Rein rechtlich seien diese Zellen jedoch nicht zu beanstanden. Die Polizei will jetzt über Alternativen wie Container nachdenken, die auch von Beamten zum Aufenthalt genutzt werden.

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace will unterdessen Atomtransporte aus dem Kernkraftwerk Neckarwestheim zur englischen Wiederaufarbeitungsanlage Sellafield mit rechtlichen Mitteln verhindern. Gemeinsam mit Anwohnern der möglichen Transportstrecke sei beim Bundesamt für Strahlenschutz in Salzgitter Widerspruch gegen die Transportgenehmigung eingelegt worden, teilte Greenpeace- Sprecher Veit Bürger in Hamburg mit.

Quelle: ntv.de