Politik

Staatsterror in Simbabwe Polizei zündet Siedlung an

Die Welle staatlicher Gewalt gegen die Armen in den Städten von Simbabwe hält an. Am Rande der Stadt Masvingo, 290 Kilometer südlich der Hauptstadt Harare, setzten Polizisten nach Angaben des staatlichen Rundfunks eine ausgedehnte Armensiedlung in Brand. Polizisten ließen den Bewohnern kaum Zeit, ihre Habseligkeiten zu retten.

Simbabwes Polizeichef Augustine Chihuri hatte zuvor die Bevölkerung gewarnt, sich nicht als "Kanonenfutter" vor "kriminelle Elemente" zu stellen. Zugleich setzte die Regierung den Aufmarsch der paramilitärischen Einheiten gegen die Armenviertel fort.

Das staatlich kontrollierte Fernsehen hatte bereits am Vorabend Hunderte bewaffneter Milizionäre sowie Bulldozer beim Zerstören von Verschlägen und Hütten in den Armenvierteln der Hauptstadt Harare gezeigt. Landesweit wurden bereits mehr 17.000 Menschen festgenommen und ihr Besitz zum Teil zerstört oder beschlagnahmt.

Die Regierung des autoritär herrschenden Präsident Robert Mugabe wirf ihnen vor, durch illegale Schwarzmarkt-Aktivitäten für die schwere wirtschaftliche Misere des Landes mitverantwortlich zu sein. Die meisten Festgenommenen wurden wegen illegalen Geldumtausches, Hortens seltener Güter oder deren Verkauf auf dem Schwarzmarkt belangt. In mehreren Fällen kam es zu Krawallen zwischen Polizisten und aufgebrachten Händlern, deren Stände in Flammen aufgingen.

Die Aktionen richten sich gegen die städtischen Zentren, die als Hochburgen der oppositionellen Bewegung für Demokratischen Wandel (MDC) gelten. Allein rund um Harare wurden rund 3.000 paramilitärische Polizisten aufgeboten. Nach Angaben der Regierung von Simbabwe leiden knapp drei Millionen Menschen im Land an Hunger.

Vor den Armen hatte die Regierung von Simbabwe die Weißen zu Sündenböcken erklärt. Weiße Farmer wurden seit 2003 systematisch enteignet. Diese so genannte Landreform gilt als Hauptursache für die schwere Versorgungskrise des Landes.

Quelle: ntv.de