Politik

Legale Heroinabgabe Polizeigewerkschaft GdP dafür

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) hat das Projekt zur staatlich kontrollierten Abgabe von Heroin an Schwerstabhängige ausdrücklich begrüßt. Diese Maßnahme sei überfällig und hätte schon längst kommen müssen, sagte der GdP-Vorsitzende Konrad Freiburg im Deutschlandfunk. Zugleich warnte er vor überhöhten Erwartungen. Um ein Abrutschen in die Drogensucht von vornherein zu verhindern, müsse die Prävention verstärkt werden.

Seit gestern steht der kontrollierten Heroinabgabe an Schwerstabhängige in Deutschland nichts mehr im Wege. Den rechtlichen Rahmen schafft ein Kooperationsvertrag, den Bund, Länder und Kommunen in Bonn unterzeichneten. Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marion Caspers-Merk teilte am Mittwoch mit, das Projekt könne im Februar 2002 beginnen.

Nach Ansicht Caspers-Merks wurde mit den bisherigen Möglichkeiten nur etwa jeder zweite der rund 120.000 Opiatabhängigen in Deutschland erreicht. "Es ist politisch nicht verantwortbar, jeden zweiten zu verlieren", so die Drogenbeauftragte. Der Staat habe die Verpflichtung, Überlebenshilfe zu geben.

Der Modellversuch läuft als Arzneimittelstudie und soll den Abhängigen helfen, die seit langem alle sozialen, beruflichen und seelischen Perspektiven verloren hätten. Auch hoffen die Initiatoren, auf diese Weise die Beschaffungskriminalität zu verringern. In der Studie sollen Drogenabhängige kontrolliert Heroin erhalten und ärztlich betreut werden. In der Schweiz sind mit diesem Modell die Arbeits- und die Wohnungslosigkeit der Betroffenen stark gesenkt und ihr Gesundheitszustand verbessert worden.

Quelle: ntv.de