Politik

IS reklamiert Anschläge für sich Polizistin und Attentäter sterben in Jerusalem

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Im Ramadan ist die Situation in der Altstadt von Jerusalem ohnehin besonders angespannt.

(Foto: REUTERS)

Die seit fast zwei Jahren anhaltende Serie palästinensischer Anschläge in Jerusalem reißt nicht ab. In der Altstadt führen drei Attentäter kombinierte Attacken aus. Einer von ihnen tötet eine israelische Polizistin. Sie sollen dem IS angehört haben.

Bei kombinierten Attacken in Jerusalem sind drei palästinensische Angreifer und eine israelische Polizistin getötet worden. Zwei Palästinenser hätten auf Sicherheitskräfte geschossen und auch versucht, sie mit Messern anzugreifen, teilte eine israelische Polizeisprecherin mit.

In der Nähe des Damaskus-Tors zur Altstadt habe ein dritter Palästinenser eine Polizistin mit einem Messer schwer verletzt. Die 23-Jährige starb später an den Verletzungen. Bei den Vorfällen habe es noch weitere Verletzte gegeben. Die Islamisten-Miliz IS reklamierte die Angriffe für sich, wie sie über ihre Nachrichtenagentur Amak mitteilte.

Ein Sprecher der im Gazastreifen herrschenden Hamas sprach von einem "heldenhaften Angriff" in Jerusalem. Das palästinensische Gesundheitsministerium bestätigte, drei Palästinenser seien erschossen worden. Zwei von ihnen stammten aus Hebron und Ramallah im Westjordanland, die Identität des Dritten sei noch unklar.

Zwei Jahre andauernde Gewaltwelle

Seit Oktober 2015 kommt es in Israel und dem besetzten Westjordanland immer wieder zu Angriffen von Palästinensern auf offener Straße. Israel wirft der Palästinenser-Führung vor, dazu anzustacheln. Die Palästinenser weisen dies zurück. Sie verweisen auf Wut und Enttäuschung in der palästinensischen Bevölkerung über die anhaltende Besetzung und den seit 2014 stockenden Friedensprozess.

Bei ähnlichen Attacken sind in den vergangenen zwei Jahren rund 300 Palästinenser getötet worden. Die meisten kamen bei ihren eigenen Anschlägen ums Leben. Mehr als 40 Israelis wurden in dem Zeitraum getötet. Als Auslöser der Gewaltwelle galt ein Streit um Nutzungsrechte des Tempelbergs in Jerusalem, der Muslimen und Juden heilig ist.

Quelle: n-tv.de, mbo/jug/dpa/rts

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