Politik

Land der Luder Porno-Star sucht Neonazi-Partei

Kann überzeugend rechtsradikal sein, wer Sex mit einem schwarzen Porno-Darsteller hatte? Die NPD sieht das nicht so, die nicht minder rechte Partei "Die Rechte" muss noch ein bisschen darüber nachdenken.

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Ihr "Widerstand" wird nicht von allen "Kameraden" gern gesehen.

(Foto: Screenshot)

Die NPD hat eine ehemalige Porno-Darstellerin vor die Tür gesetzt, die in der Vergangenheit für die rechtsextreme Partei geworben hatte. Zumindest bis vor kurzem arbeitete Ina Groll unter dem Künstlernamen "Kitty Blair" als Schauspielerin in harten Sexfilmen. Im Anschluss an ihre Porno-Karriere warb sie für die NPD.

Grolls erster Eintrag auf ihrem Twitter-Account, den sie am 11. November 2013 postete, ist ein Wahlaufruf für die Duisburger NPD. Einen Monat später verkündete sie via Facebook: "Nationalismus darf auch sexy sein!" Und schreibt weiter: "Ja, ich habe in meiner Vergangenheit meinen Körper gezeigt - jetzt möchte ich Gesicht für die NPD zeigen!" Wobei "zeigen" nicht alles ist, was sie mit ihrem Körper gemacht hat.

Der NPD war das dann auch gar nicht recht. Ein Sprecher der Partei bestritt gegenüber n-tv.de, dass Groll "das Gesicht der NPD" gewesen sei - "sie war und ist nicht mal Mitglied der Partei". Richtig sei, "dass die NPD sie zur unerwünschten Person erklärt und ihr Hausverbot erteilt hat".

"Land der Treue"

Nicht bestätigen wollte der Sprecher Berichte, nach denen Groll von der NPD für unerwünscht erklärt wurde, weil sie für einen ihrer Filme Sex mit einem schwarzen Porno-Darsteller hatte. Unbestritten ist, dass "Kitty Blair" über eine lupenreine Neonazi-Gesinnung verfügt. So postete sie ein Foto von sich mit einem Oberteil, auf dem "88" prangt, das Szenekürzel für "Heil Hitler".

Noch Ende Februar unterstützte Groll die NPD in Saarbrücken. Dort sprach sie eigenen Angaben zufolge "u.a. Männer" an, um Unterschriften für die Wahlteilnahme der Partei zu sammeln. Am 18. März stellte sie ein Gedicht auf ihre Facebook-Seite, in dem sie von Deutschland als "Land der Treue" schwärmte. Die Treue ihrer "Kameraden" aus der NPD hatte sie da wohl schon verloren.

Jetzt unterstützt Groll die Partei "Die Rechte" in Rheinland-Pfalz, deren Bundeschef Christian Worch seit Jahrzehnten in der deutschen Neonaziszene aktiv ist. Der Bundesvorstand von "Die Rechte" entscheidet derzeit über den Mitgliedsantrag, möglicherweise delegiert er diese Entscheidung auch an einen Parteitag, da Groll "aufgrund ihrer früheren (inzwischen beendeten) Tätigkeit als Darstellerin in Porno-Filmen eine Menge teils heftige Emotionen pro und contra erzeugt hat", wie Worch erklärte.

Das könnte noch für eine Menge Streit sorgen. Auf einem einschlägigen Internetportal wird "Der Fall Kitty Blair" bereits als Symptom für den "Verfall der nationalen Idee" bezeichnet. Der Artikel endet mit dem Aufruf, "endlich aufzuräumen".

Quelle: n-tv.de, hvo

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