Politik

Missbrauchsdebatte in Saudi-Arabien Prediger fordert Burka für Kinder

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(Foto: picture alliance / dpa)

Ein saudiarabischer Prediger will mit Schleiern gegen Kindesmissbrauch und Vergewaltigung kämpfen. In seiner Heimt löst der Vorschlag einen Sturm der Entrüstung aus. Ihm wird vorgeworfen, Opfer zu Tätern zu machen.

Ein saudiarabischer Prediger hat mit seiner Forderung, Mädchen ab dem Alter von zwei Jahren zu verschleiern, heftige Kritik ausgelöst. Abdallah al-Daud sagte in dem religiösen Sender Al-Madschd, "wenn das kleine Mädchen ein bestimmtes Begehren wecken kann, müssen seine Eltern sein Gesicht bedecken und ihm den Schleier vorschreiben". Ohne es zu wissen, könne das Kind Angreifer verführen. Zugleich kritisierte der Geistliche die große Zahl von Kindesmissbrauchs und -vergewaltigungsfällen in Saudi-Arabien.

Der einflussreiche Prediger Salman al-Audah kritisierte den Vorstoß heftig. Er hoffe, dass dieser nicht aufgebauscht und "wie eine Fatwa" interpretiert werde, sagte er. Der Schriftsteller Badrija al-Bischer äußerte sich in der Zeitung "Al-Hajat" erstaunt, dass al-Daud den Schleier für Kleinkinder fordere statt eines Gesetzes zu "sexuellen Angriffen und einer Kampagne zur Sensibilisierung in Schulen und Medien".

Im Internet-Kurznachrichtendienst Twitter löste der Vorschlag einen Sturm der Entrüstung aus. "Dem Opfer wird die Schuld gegeben", schrieb ein Nutzer. Erst kürzlich hatte die milde Bestrafung eines Predigers für Entsetzen gesorgt, der wegen der Vergewaltigung und Ermordung seiner fünfjährigen Tochter schuldig gesprochen worden war.

Quelle: ntv.de, AFP

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