Politik

Guinea in Militärhand Putschisten an der Macht

Die Putschisten im westafrikanischen Guinea haben offenbar ihre Macht gefestigt. Zwei Tage nach der Machtergreifung zeichnete sich in der Hauptstadt Conakry kein größerer Widerstand gegen die Militärs ab. Mitglieder des bisherigen Kabinetts wurden in einen Militärstützpunkt zitiert und erhielten dort ihre Anweisungen von der Junta. Kurz zuvor hatten sie die vom am Montag verstorbenen Präsidenten Lansana Conte ernannte Regionalverwalter durch Offiziere ersetzt. Der vom Militär zum neuen Staatsoberhaupt eingesetzte Hauptmann Moussa Dadis Camara erklärte allerdings, er werde bei den für Dezember 2010 angekündigten Präsidentenwahlen nicht antreten.

Camara rechtfertigte den Putsch in dem wegen seiner großen Bauxit-Vorkommen für die internationalen Aluminiumhersteller wichtigen Land mit dem Kampf gegen Korruption, die unter Conte grassiert sei. "Die Regierung hat nicht das getan, was sie tun sollte", sagte der neue starke Mann im staatlichen Fernsehen. "Sie hat das Vertrauen der Nation nicht verdient." Viele Geschäfte in der Hauptstadt blieben geschlossen, Soldaten patrouillierten in den Straßen. Ansonsten lief das öffentliche Leben aber seinen gewohnten Gang: Die Straßenhändler gingen ihrer Arbeit nach, Fußgänger und Autos bevölkerten die Straßen.

Immer wieder Aufstände

Nach dem Tod des langjährigen Präsidenten Conte hatte ein Gruppe von Offizieren am Dienstag gegen die Regierung geputscht Die Meuterer machen die Regierung für die wirtschaftliche Krise in dem mehrheitlich muslimischen Land verantwortlich und beschuldigten sie der Korruption und Vetternwirtschaft. In dem 9,2 Millionen Einwohner zählenden Land kam es in den vergangenen Jahren wiederholt zu Aufständen gegen Conte, Streiks und Soldaten-Aufständen. Die Spannungen haben sich zuletzt wegen steigender Lebensmittel- und Energiepreise verschärft.

Der etwa 74-jährige Conte regierte das Land 24 Jahre lang. Er war am Montag gestorben. Auch der kettenrauchende Diabetiker kam 1984 in einem Putsch an die Macht, nachdem sein Vorgänger Sekou Toure in einer Klinik in den USA verstorben war. Guinea ist der weltgrößte Exporteur von Bauxit. Das Erz wird zur Aluminium-Produktion eingesetzt.

Quelle: n-tv.de

Mehr zum Thema