Politik
Rund die Hälfte der syrischen Rebellen sollen laut einer Studie Islamisten sein.
Rund die Hälfte der syrischen Rebellen sollen laut einer Studie Islamisten sein.(Foto: dpa)
Montag, 16. September 2013

Studie zu Bürgerkrieg in Syrien: Rebellen sind häufig Islamisten

Die Hälfte der syrischen Rebellen sollen Al-Kaida nahe stehen - zu diesem Schluss kommt eine britische Studie. Demnach gebe es unter den Aufständischen 30.000 bis 35.000 islamistische Hardliner. Zuvor hatte das Assad-Regime den Abrüstungsplänen zugestimmt.

Rund die Hälfte aller Aufständischen gegen den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad sind einer britischen Studie zufolge Islamisten. Rund 30.000 bis 35.000 Kämpfer seien islamistische Hardliner, heißt es in einer Studie von "IHS Jane's", aus der der "Daily Telegraph" zitiert. Darüber hinaus gebe es rund 10.000 Dschihadisten, die nicht nur für einen Umsturz in Syrien kämpften, sondern für den weltumspannenden Kampf von Islamisten im Fahrwasser des Netzwerks Al-Kaida einträten.

Insgesamt wird die Zahl der Anti-Assad-Kämpfer in der Studie auf rund 100.000 veranschlagt. "Der Aufstand wird von Gruppen dominiert, die einen islamistischen Standpunkt vertreten", sagte der Autor der Studie, Charles Lister. Die Aufständischen seien in rund 1000 bewaffnete Gruppen unterteilt. Für die Studie wurden Befragungen von Aufständischen und Geheimdienstinformationen ausgewertet.

Damaskus begrüßt Abrüstungsplan

Die Regierung in Damaskus hatte zuvor den US-russischen Abrüstungsplan für die syrischen Chemiewaffen begrüßt. Mit der Einigung zwischen US-Außenminister John Kerry und seinem russischen Kollegen Sergej Lawrow sei ein "Krieg gegen Syrien" verhindert worden, sagte der syrische Minister für Versöhnung, Ali Haidar, der russischen Nachrichtenagentur RIA Nowosti. Er sprach von einem "Sieg für Syrien", den "unsere russischen Freunde" ausgefochten hätten. Es war die erste Reaktion der syrischen Führung seit der in Genf erzielten Einigung auf einen Plan zur Vernichtung der syrischen Chemiewaffen.

Dem Vorhaben zufolge soll Damaskus binnen einer Woche eine Liste seiner Chemiewaffen vorlegen. Bis spätestens November sollen UN-Experten nach Syrien reisen und bis Mitte 2014 sämtliche Giftgasbestände vernichtet werden. Bei Verstößen ist ein Vorgehen nach Kapitel VII der UN-Charta vorgesehen, das bei einer Bedrohung des Weltfriedens Sanktionen bis hin zu Militäreinsätzen ermöglicht.

Rumsfeld fordert "klares Kriegsziel"

Die Rolle Russlands bei der Lösung der syrischen Chemiewaffenfrage sieht der ehemalige US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld kritisch. Für ihn sei "nicht einmal klar, ob sich die Russen selbst an die internationalen Standards für Chemiewaffen halten", sagte Rumsfeld dem "Spiegel". Moskau habe Damaskus Chemiewaffentechnologie geliefert. "Soll man den Fuchs wirklich zum Aufpasser im Hühnerstall machen?", fragt Rumsfeld.

US-Präsident Barack Obama sei nur auf den russischen Vorschlag eingegangen, weil es keine anderen guten Lösungen mehr gegeben habe, sagte Rumsfeld. Es wäre nie so weit gekommen, wenn Washington die nichtradikalen Rebellen schnell mit Waffen und Aufklärung unterstützt hätte. Obama habe Probleme, Unterstützung für seinen Kurs zu finden. "Obama tut sich so schwer, weil er niemandem genau erklärt hat, was er zu tun hofft und was er eigentlich erreichen will", sagte Rumsfeld. "Um Unterstützung im Kongress und von anderen Nationen zu erhalten, muss er ein klares Kriegsziel formulieren."

Quelle: n-tv.de