Politik

Anschlag auf FSA-Gründer in Syrien Rebellenchef überlebt Attentat

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Nach einem Autobombenanschlag am Sonntag am Sheraton-Hotel in Damaskus.

(Foto: dpa)

2011 desertierte Oberst Asaad als einer der ersten Offiziere von der syrischen Armee und hilft beim Aufbau der Rebellenarmee. Fortan kämpft er gegen die Truppen von Staatschef Assad. Jetzt verliert er bei einem Attentat fast sein Leben. Derweil beklagt die Rebellenarmee einen weiteren Einsatz chemischer Waffen durch die Assad-Armee.

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Oberst Riad al-Asaad während eines Interviews vor dem Anschlag.

(Foto: dpa)

Oberst Riad al-Asaad, ein führendes Mitglied der Freien Syrischen Armee (FSA), hat ein Attentat schwer verletzt überlebt. Syrische Oppositionelle berichteten, ein Sprengsatz sei im Auto des Kommandeurs detoniert, als er durch die Ortschaft Al-Majadien in der östlichen syrischen Provinz Deir as-Saur fuhr. Al-Asaad habe eine schwere Verletzung an einem Bein erlitten. Er sei zur Behandlung ins Ausland gebracht worden. Der Oberst hatte 2011 zu den ersten Offizieren gehört, die sich auf die Seite der Gegner von Präsident Baschar al-Assad schlugen. Zeitweise war er als Befehlshaber der Deserteure in einem Lager in der Türkei ansässig.

Opposition erhält Syriens Sitz bei Arabischer Liga

Derweil wurde der vakante Sitz Syriens bei der Arabischen Liga nach Angaben eines ranghohen Vertreters der Organisation offiziell der syrischen Opposition zugesprochen. "Die Opposition wurde zum Gipfel der Arabischen Liga eingeladen und wird den Platz Syriens bei der Arabischen Liga einnehmen", teilte der Vertreter mit, der nicht namentlich genannt werden wollte.

Die Nationale Koalition, das wichtigste syrische Oppositionsbündnis, wird inzwischen von vielen Staaten als rechtmäßige Vertreterin der syrischen Bevölkerung anerkannt. Beim Gipfel der Liga in Katar wird sie von Interimsregierungschef Ghassan Hitto vertreten. Syriens Mitgliedschaft in der Arabischen Liga wurde im November 2011 suspendiert.

Erneute Berichte über Chemiewaffeneinsatz

Die Aufständischen haben dem Militär erneut den Einsatz von Chemiewaffen vorgeworfen. Diese seien von Raketenwerfern aus auf Rebellen abgefeuert worden, die den Militärstützpunkt in Adra belagerten, sagte ein Aktivist in der nahe liegenden Stadt Duma. Dabei seien zwei Kämpfer getötet und 23 verletzt worden. "Nach Angaben der Ärzte handelt es sich bei den Chemiewaffen um Phosphor, das das Nervensystem angreift", sagte er. Die zwei getöteten Kämpfer seien schnell gestorben. "Die Übrigen werden mit Atropin behandelt."

Die Angaben konnten von unabhängiger Seite nicht überprüft werden. In der vergangenen Woche hatten sich die beiden Bürgerkriegsparteien gegenseitig vorgeworfen, in Aleppo Chemiewaffen eingesetzt zu haben. Auch diese Berichte wurden bislang nicht bestätigt.

Rebellen erobern Grenzübergang

Am Sonntagabend hatten die Rebellen nach eigenen Angaben den wichtigsten Grenzübergang nach Jordanien erobert. Der Übergang Nasib bei Daraa sei nach drei Wochen wechselhafter Gefechte gestürmt worden, erklärte ein Rebellenoffizier bei Daraa.

Jordanische Sicherheitskreise bestätigten den Rückzug der syrischen Truppen aus dem Gebiet. Die Rebellen beherrschen angeblich bis zu 90 Prozent des Grenzstreifens zu Jordanien, hatten aber bisher keinen Grenzübergang erobern können.

Wenige Stunden vor der Siegesmeldung hatte ein Bündnis aus Dschihadisten und FSA die Eroberung eines 30 Kilometer langen Grenzstreifens an der syrisch-jordanischen Grenze nahe der israelisch besetzten Golan-Höhen gemeldet. Jordanische und israelische Truppen seien daraufhin entlang der Grenzen zu Syrien in Alarmbereitschaft versetzt worden, hieß es.

Quelle: n-tv.de, dpa

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