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Explosion in Ostukraine Rebellenführer stirbt bei Anschlag

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Arseni Pawlow im Mai 2015: Der Separatist befehligte die Einheit Sparta.

(Foto: imago/ITAR-TASS)

Bekannt war er vor allem unter seinem Kriegsnamen Motorola - nun ist Arseni Pawlow tot. Und er ist nicht der erste hochrangige Separatist, der einem Anschlag zum Opfer fällt. Rebellenführer Sachartschenko vermutet dahinter den ukrainischen Geheimdienst.

Ein führender Kommandeur der prorussischen Rebellen im Osten der Ukraine ist am Sonntag bei einer Bombenexplosion getötet worden. Arseni Pawlow, besser bekannt unter seinem Kriegsnamen Motorola, starb zusammen mit einem Leibwächter bei der Explosion eines Sprengsatzes im Aufzug eines Gebäudes in Donezk, wie ein Kämpfer seiner Einheit Sparta bestätigte. Er vermutete den ukrainischen Geheimdienst oder eine rivalisierende Rebellengruppe dahinter.

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Die Bombe, die Pawlow tötete, explodierte im Fahrstuhl eines Apartmenthauses.

(Foto: imago/ITAR-TASS)

Der Präsident der selbsterklärten Volksrepublik Donezk, Alexander Sachartschenko, machte die ukrainische Regierung von Präsident Petro Poroschenko für den Anschlag verantwortlich. "Poroschenko hat die Waffenruhe gebrochen und uns den Krieg erklärt", sagte Sachartschenko. Vor Motorola waren bereits mehrere andere Rebellenführer unter ungeklärten Umständen weit abseits der Front getötet worden. Teilweise wurden Machtkämpfe zwischen rivalisierenden Gruppen der Separatisten dahinter vermutet.

So waren 2015 die Kosakenführer Pawel Dremow und Alexander Bednow alias Batman bei einem Autobombenanschlag sowie in einem Hinterhalt getötet worden. Auch der Kommandeur Alexej Mosgowoi wurde in einem Hinterhalt getötet, für den die Separatisten den ukrainischen Geheimdienst verantwortlich machten. Motorola, der an wichtigen Kämpfen in Donezk, Slawiansk, Ilowaisk und Debalzewo teilgenommen hatte, war erst im Juni einem Bombenanschlag in Donezk entgangen.

Mehrere Anschläge auf Separatisten

Auch auf Sachartschenko wurde den Separatisten zufolge bereits im April ein Attentat verübt, im August gab es demnach einen weiteren Versuch. Der Präsident der international nicht anerkannten Volksrepublik Luhansk, Igor Plotnizki, war zudem im August bei einem Anschlag verletzt worden. Anschließend wurden der Vize-Verteidigungsminister sowie ein früherer Vize-Regierungschef von Luhansk unter dem Vorwurf der Planung eines Staatsstreichs festgenommen. Letzterer soll kurz darauf in Haft Suizid begangen haben.

Am 21. September hatten sich die Konfliktparteien auf ein Entflechtungsabkommen geeinigt. Damit sollen die gegnerischen Kämpfer im Frontbereich auf Abstand gebracht werden und eine Art Pufferzone im Donbass entstehen, die von der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) überwacht werden soll. Die Lage im Kriegsgebiet hatte sich zuletzt aber wieder zugespitzt. Die Militärführung in Kiew berichtete von einem getöteten und einem verletzten Soldaten bei Angriffen der Aufständischen. In dem seit 2014 andauernden Konflikt sind nach UN-Angaben etwa 10.000 Menschen getötet worden.

Quelle: n-tv.de, jug/AFP/dpa

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