Politik

Expertenvorschläge Reformieren aber wie?

Ohne Reformen im Gesundheitswesen drohen laut einem Gutachten des Deutschen Instituts für Wirtschaft drastische Beitragserhöhungen bei den gesetzlichen Krankenkassen. Nach den Berechnungen könnten die Sätze im Jahr 2010 bei 17,5 Prozent liegen. Das Gutachten wurde am Mittag Wirtschaftsminister Werner Müller und Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) übergeben.

Die Wissenschaftler schlagen vor, dass die Kassen künftig frei die Ärzte auswählen, mit denen sie zusammenarbeiten. Dies entspricht dem Konzept von Schmidt, das gestern vorgestellt wurde. Auch sie setzt sich dafür ein, dass Ärzte das Recht haben sollen, direkt mit den gesetzlichen Kassen Verträge abzuschließen. Bislang läuft dies über die Kassenärztliche Vereinigung.

Bundesärztekammer unzufrieden

Der Präsident der Bundesärztekammer, Jörg-Dietrich Hoppe, hält diesen Vorschlag für fragwürdig. Hoppe sagte, dies müsse noch einmal überdacht werden. Die bisherige Selbstverwaltung würde in dem entsprechenden Rahmen besser mit dem Problem fertig werden.

Schmidt will Patientenpass

Die Bundesgesundheitsministerin hatte gestern ein eigenes Reform-Konzept vorgestellt. Zu den Kernpunkten gehören neue Vergütungsregelungen und ein Patientenpass. Darüber hinaus soll die Rolle des Hausarztes gestärkt werden. Die Reform soll nach der Bundestagswahl im Herbst nächsten Jahres umgesetzt werden.

Schmidt betonte, dabei werde an der solidarischen Finanzierung der Krankenkassen durch Arbeitnehmer und Arbeitgeber festgehalten werden. Zudem müssten die medizinisch notwendigen Leistungen gewährleistet sein und zu bezahlbaren Preisen angeboten werden.

Quelle: ntv.de