Politik

Nach den US-Milzbrandfällen Regierung will gegen Biowaffen vorsorgen

Die Bundesregierung will nach Bekanntwerden vieler Milzbrand-Fälle in den USA Vorsorge für mögliche Anschläge mit biologischen Waffen in Deutschland treffen. "Wir sind derzeit dabei, alles so weit aufzurüsten, dass wir gut gerüstet sind ", sagte Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) in Berlin.

Bundeskanzler Gerhard Schröder bekräftigte, es gebe in Deutschland keine aktuelle Gefährdung. Im Auswärtigen Amt ging ein Umschlag mit einem verdächtigen Pulver ein, der sich wie ein am Vortag im Bundeskanzleramt entdeckter Brief als ungefährlich heraus stellte.

Es werde derzeit lückenlos erfasst, was geschehen könnte und welche Vorsorge zu treffen sei, sagte Schmidt vor Journalisten. Einzelheiten nannte sie nicht. Nach Schröders Einschätzung besteht derzeit kein konkreter Anlass zur Sorge vor Milzbrand-Angriffen. Die Sicherheitsbehörden hätten alles überprüft und festgestellt, dass aktuell keine Gefährdung bestehe, sagte der Kanzler am Rande des Wirtschaftstags der Volks- und Raiffeisenbanken in Frankfurt. Die Sicherheitslage könne sich aber jederzeit ändern: "Niemand kann eine Verschärfung ausschließen."

Vorsicht ist geboten

Trotz der vielen Fehlalarme nehmen Behörden und Fachleute die Situation weiterhin ernst. Das Robert Koch-Institut rief die Bundesbürger zu erhöhter Vorsicht auf. Falls in der Post verdächtige, etwa mit Pulver gefüllte Briefe auftauchten, sollte schnellstmöglich die Polizei benachrichtigt werden. In den USA sind mehrere Briefe mit Milzbrand-Erregern aufgetaucht, mindestens zwölf Menschen sind infiziert, ein Mensch starb bereits.

Quelle: ntv.de