Politik

Geringe Reserve Rentenversicherung: Beitrag sollte steigen

imago63120345h.jpg

(Foto: imago/Rainer Unkel)

Die deutsche Rentenversicherung plädiert für eine Beitragserhöhung in den kommenden Jahren. Daran sollte auch die kommenden Bundestagswahl nichts ändern. Auch sollte die Rücklagengrenze neu festgelegt werden.

Der erst im Januar gesenkte Rentenbeitrag sollte nach Auffassung der Deutschen Rentenversicherung schon 2018 wieder steigen. Deren Präsident Axel Reimann warnte im "Handelsblatt", die aktuell gute Finanzlage der Einrichtung sei kein Anlass, sich zurückzulehnen. Die gesetzliche Untergrenze für die Reserven der Versicherung sei mit 0,2 Monatsausgaben zu niedrig bemessen und werde 2019 unterschritten.

"Ich plädiere dafür, diese Grenze auf mindestens 0,4 Monatsausgaben zu erhöhen", sagte er. "Dann wäre freilich der Rentenbeitrag nach unseren jetzigen Rechnungen schon 2018 anzuheben." Reimann warnte davor, aus Rücksicht auf die Bundestagswahl 2017 auf die Neujustierungen bei der Rentenversicherung zu verzichten.

Er verwies zugleich darauf, dass der Bundesfinanzminister in den vergangenen Jahren der Rentenversicherung kräftig Mittel über die Kürzung des Bundeszuschusses entzogen habe. Reimann versicherte aber, man werde aus heutiger Sicht die Zielmarken einhalten, dass bis 2030 der Beitragssatz nicht über 22 Prozent steigen und das Rentenniveau nicht unter 43 Prozent sinken dürfe.

Nun müsse geklärt werden, was nach 2030 geschehen soll, forderte Reimann. "Wenn hier nicht gegengesteuert wird, wird der Beitragssatz in der Tat weiter ansteigen und das Rentenniveau weiter zurückgehen", sagte er.

Quelle: ntv.de, jwu/rts