Politik

Pädophilie-Debatte der Grünen Roth kündigt Entschuldigung an

Die Pädophilie-Debatte erinnert die Grünen an ihr Anfänge. Inzwischen distanziert sich die Partei von Positionen, dass sexuelle Beziehungen mit Kindern straffrei sein sollen. Parteichefin Roth will nun ein Zeichen setzen.

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Parteichefin Roth bemüht sich nun um Aufarbeitung.

(Foto: dpa)

Die Grünen-Vorsitzende Claudia Roth hat eine Entschuldigung für die politische Nähe ihrer Partei in den 80er Jahren zu pädophilen Gruppierungen angekündigt. "Für Fehler, die passiert sind, entschuldigen wir uns natürlich, deshalb will ich jetzt auch alles systematisch aufgearbeitet haben", sagte Roth der "Bild am Sonntag".

"Es sind eindeutig und objektiv Fehler passiert. In den Anfangszeiten der Grünen hat es Personen und Gruppen gegeben, die versucht haben, die Grünen als Plattform für inakzeptable Positionen zu nutzen. Straffreiheit für sexuelle Beziehungen mit Kindern zu fordern, ist in keinster Weise akzeptabel und unsäglich."

Sie bekräftigte, dass die Partei dies "unabhängig und umfassend aufarbeiten" will. Das beauftragte Institut für Demokratieforschung der Universität Göttingen unter der Leitung von Franz Walter wolle einen Zwischenbericht möglicherweise bis Ende des Jahres vorlegen und die endgültige Ergebnissen bis Ende 2014.

Die Pädophilie-Debatte bei den Grünen war durch Daniel Cohn-Bendit in den 1970er Jahren in Gang gekommen. Damals beschrieb er erotische Spiele mit Kindern. Der heutige Europaabgeordnete Cohn-Bendit distanzierte sich inzwischen von diesen Äußerungen.

Die Debatte schadet der Partei in der Wählergunst aber offensichtlich nicht. Nach einer Emnid-Umfrage für die gleiche Zeitung verbesserten sich die Grünen gegenüber der Vorwoche um einen Punkt auf 14 Prozent. Emnid befragte vom 23. bis 28. Mai insgesamt 1866 Personen.

Quelle: ntv.de, dpa