Politik

Niedriglohnland Deutschland Rürup fordert moderne Ideen

Nach Meinung des Vorsitzenden der Kommission zur Reform der Sozialsysteme, Bert Rürup, sind die Löhne in Deutschland nicht sonderlich hoch. Nur würden zu viele staatliche Aufgaben auf die Arbeitnehmer abgewälzt, was die Lohnnebenkosten in die Höhe treibe. Die Politik sei deshalb gefordert alles zu tun, um Arbeit billiger zu machen. Die Finanzierung des gesamten Sozialversicherungssystems stehe immer noch im Schatten der Ideen von Bismarck und sei nicht den veränderten Bedingungen angepasst, betonte Rürup.

Nach Rürups Ansicht sollte sich Deutschland weiterhin auf ein niedriges Wachstum einstellen. Das Mitglied des Sachverständigenrates hält lediglich Wachstumsraten von "1,5 bis maximal 2 Prozent" für realistisch. Die Zunahme des Bruttoinlandsprodukts sei zu gering, um die Arbeitslosigkeit nennenswert zu senken, sagte Rürup in Frankfurt.

Als Gründe nannte der Darmstädter Wirtschaftsprofessor die alternde Gesellschaft sowie die Folgen aus den Fehlern der Deutschen Einheit. Auf einer Veranstaltung Frankfurter Wirtschafts- und Finanzjournalisten (Gruppe 20+1) plädierte Rürup dafür, die klassische Wirkungskette - mehr Produktion mehr Beschäftigung - umzukehren. Über eine Neugestaltung des Steuer- und Sozialrechts sollte mehr Beschäftigung ermöglicht werden, um damit Impulse für mehr Wachstum zu erzeugen.

Quelle: ntv.de