Politik

Krieg gegen IS in Syrien Russland plant neue Militärbasis

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Russland hatte im September Kampflugzeuge in die syrische Küstenstadt Latakia verlegt.

(Foto: dpa)

Seit dem 30. September fliegt Russland Einsätze gegen Syrien. 450 Ziele wurden nach Angaben des russischen Generalstabs seitdem zerstört. Nun will Russland offenbar einen größeren Armeestützpunkt in dem Bürgerkriegsland bauen .

Das russische Militär plant nach Angaben des Generalstabs in Moskau den Aufbau eines größeren Armeestützpunktes in Syrien. Die neue Basis solle sowohl von der Kriegsmarine als auch von der Luftwaffe und dem Heer in Anspruch genommen werden, sagte General Andrej Kartapolow der Tageszeitung "Komsomolskaja Prawda" (Freitag). Aus den Plänen geht nicht klar hervor, ob es sich um einen Ausbau der bereits bestehenden russischen Stützpunkte Latakia und Tartus handelt oder ob es um den Bau einer neuen Basis geht. Russland fliegt seit gut zwei Wochen Luftangriffe zur Unterstützung der syrischen Armee in dem Bürgerkriegsland.

Der syrische Botschafter in Russland begrüßte die Idee. "Niemand in Syrien würde einen solchen russischen Militärstützpunkt ablehnen - außer vielleicht die Terrororganisationen, die wir zusammen mit Russland vernichten", sagte Riad Haddad. Details seien ihm zwar unbekannt. "Aber eine mögliche Basis würde dort entstehen, wo die russische Seite es möchte und es gleichzeitig den Interessen Russlands und Syriens dient", sagte der Diplomat. Kremlsprecher Dmitri Peskow wollte keine Einzelheiten nennen. Es sei aber klar, dass der Generalstab keine Entscheidung ohne Wissen von Oberbefehlshaber Präsident Wladimir Putin treffe, betonte er.

Kritik an "gemäßigter Opposition"

Derweil bekräftigte Russland seine Kritik an der sogenannten gemäßigten Opposition in Syrien. "Solange die Opposition gegen Regierungstruppen und nicht gegen den Islamischen Staat (IS) kämpft, wird es keine Zusammenarbeit mit uns geben", sagte General Andrej Kartapolow der Zeitung "Komsomolskaja Prawda". Der Begriff "gemäßigte Opposition" sei zudem unpassend, kritisierte er. "Inwiefern ist jemand gemäßigt, der mit der Waffe gegen die legitime Macht kämpft?"

Der Offizier ist Mitglied des russischen Generalstabs. Kartapolow schätzt die Zahl der IS-Kämpfer in dem Bürgerkriegsland auf 40.000 bis 50.000. "Sie sind keine Banditen mit langen Dolchen, sondern verstehen zu kämpfen. Oft sind es ehemalige Offiziere der irakischen Armee, die aus Arsenalen Schützenpanzer und Artillerie mitgenommen haben, die die USA einmal an den Irak geliefert hatten."

Seit dem 30. September habe die russische Luftwaffe etwa 670 Einsätze geflogen und dabei mehr als 450 Ziele in Syrien zerstört, sagte der General. Die beiden jetzigen russischen Stützpunkte Latakia und Tartus in Syrien würden künftig wohl zu einer gemeinsamen Basis für Marine, Luftwaffe und Heer vereinigt, deutete Kartapolow an.

Quelle: ntv.de, kpi/dpa

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