Politik

Rückzug der Friedenstruppen Russland sagt Balkan ad

Russland hat den Abzug seiner Friedenstruppen aus dem Kosovo und aus Bosnien-Herzegowina beschlossen. Es gebe keine strategischen Interessen Russlands mehr auf dem Balkan, für die die Blauhelmsoldaten einstehen könnten, sagte ein ranghoher Vertreter des Verteidigungsministeriums in Moskau der Agentur Interfax.

An dem Sicherungsauftrag im Kosovo waren zuletzt 650 russische Soldaten beteiligt, in Bosnien-Herzegowina standen 320 Russen. Nach einer Umverteilung der Kontrollgebiete im Kosovo auf die übrigen Beteiligten der Friedenstruppe KFOR könne der Abzug der Russen in einem Monat abgeschlossen werden. „Wir sind 1999 ins Kosovo gegangen, um die dort lebenden Serben zu schützen“, sagte der Offizier. „Jetzt gibt es dort fast keine Serben mehr.“ Stattdessen steuere das Kosovo auf die Unabhängigkeit zu und drohe sich in einen Hort des Terrorismus und Drogenhandels wie Tschetschenien zu verwandeln. „Dafür wollen wir keine Verantwortung tragen.“

Das russische Verteidigungsministerium führte auch finanzielle Gründe für den Rückzug aus den Friedenstruppen an. Die jährlichen Aufwendungen von etwa 23 Millionen Euro könnten besser für den Umbau der Streitkräfte genutzt werden, sagte der Militär laut Interfax.

Quelle: n-tv.de