Politik

Hohe Steuer auf "Viagra in Chrom" SPD sägt an Offroad-Dienstwagen

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Automesse mit Show-Einlagen: Land Rover tritt gegen VW an.

(Foto: dpa)

Sie donnern mit vier Litern Hubraum und 300 PS durch die Innenstädte, am Steuer sitzen meist Herren zwischen 50 und 60, von Beruf sind sie Chef. Die Spritkosten für ihre Offroad-Dinos können sie als Betriebsausgaben von den Steuern absetzen - im Jahr rund zwei Milliarden Euro. Die SPD will mit dem Spuk aufräumen - falls sie 2013 an die Macht kommt.

Die SPD will im Falle eines Wahlsiegs 2013 die steuerliche Absetzbarkeit von Firmenautos einschränken. "Leute, die für ihren Betrieb keinen Geländewagen brauchen, sollten die Spritkosten eines solchen Fahrzeugs nicht als Betriebsausgaben anrechnen können", sagte Parteichef Sigmar Gabriel dem "Focus". Damit kämen beim Subventionsabbau zwei Milliarden Euro pro Jahr zusammen.

Wenn 75 Prozent der Geländewagen in Großstädten Dienstwagen seien, dann liege das nicht nur an den schlechten Straßen. Gabriel zitierte einen Betriebsrat aus der Automobilindustrie mit den Worten: "Das ist Viagra in Chrom". Denkbar sei es auch, Verbrauchsobergrenzen der EU zum Maßstab zu nehmen. Was oberhalb dieses Verbrauchs liege, bezahle dann eben nicht mehr der Staat. Das wäre "auch ökologisch außerordentlich sinnvoll", sagte der frühere Bundesumweltminister.

Zu den möglichen Auswirkungen auf die Autobranche sagte Gabriel: "Entweder reduziert die Automobilindustrie den Spritverbrauch, oder die Leute müssen den Teil, den sie nur zum persönlichen Spaß haben, eben selbst bezahlen."

Quelle: ntv.de, dpa