Politik

Kein Lafontaine-Comeback Saar-SPD will jungen Chef

Eine Spitzenkandidatur von Oskar Lafontaine bei der saarländischen Landtagswahl 2004 wird immer unwahrscheinlicher. Mehrere SPD-Politiker aus dem Saarland sagten dem Nachrichtenmagazin "Focus", die Entscheidung sei bereits zu Gunsten des SPD-Landeschefs Heiko Maas und gegen den früheren SPD-Chef und Bundesfinanzminister gefallen. Dem widersprach allerdings ein Sprecher des Landesverbands.

Der SPD-Landtagsabgeordnete Roland Henz sagte am Samstag der dpa in Mainz: "Die Stimmung in der Partei schlägt in Richtung Jugend". Endgültig werde allerdings erst auf einem Landesparteitag am 8. November entschieden. Laut "Spiegel" ist sich die Berliner SPD- Führung sicher, dass der 37-jährige Maas Ministerpräsident Peter Müller (CDU) herausfordern wird.

Der "Focus" zitiert in seiner neuen Ausgabe Henz mit den Worten:Das Pendel hat in Richtung Maas ausgeschlagen. Das ist auch eine Entscheidung für die Jugend." Auch der saarländischen SPD- Europaabgeordneten Jo Leinen, erklärte, die Jugend habe sich durchgesetzt. Ein Dauerkonflikt mit der Bundes-SPD sei abgewendet worden. "Ich hoffe, dass das Lafontaine-Lager nicht nachtragend sein wird", sagte Leinen dem Magazin. Der SPD-Landtagsabgeordnete Stefan Pauluhn sagte laut "Focus ", es sei mit Lafontaine eine "einvernehmliche Absprache" zu Gunsten des Jüngeren getroffen worden.

"Der Spiegel" berichtete, es habe sich nach mehreren Gesprächen der SPD-Führung mit Maas herausgestellt, dass der 37-Jährige selbst antreten wolle. Die Bundesspitze sei erleichtert, dass dadurch eine Rückkehr Lafontaines auf die politische Bühne abgewendet werden könne. Lafontaine und die SPD-Führung sind seit dem plötzlichen Rückzug des Politikers von allen Ämtern im Jahr 1999 zerstritten.

Aus taktischen Gründen werde der Entschluss öffentlich noch nicht bestätigt, berichtete der Spiegel. Maas selbst halte sich bedeckt, um den prominenten Gegenspieler in den nächsten Wochen von einer Rolle als Wahlhelfer zu überzeugen.

Der Sprecher der Saar-SPD Thorsten Bischoff sagte der dpa, Maas und Lafontaine würden vor dem Landesparteitag am 8. November eine einvernehmliche Regelung darüber finden.

Nach jüngsten Meinungsumfragen lag die CDU im Saarland bei mehr als 50 Prozent, die SPD bei 33 Prozent.

Quelle: ntv.de