Politik

Kontakte zu Al-Kaida nachgesagt Salafist unterrichtet in NRW

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Das Foto zeigt den in Duisburg lebenden deutschen Islamisten Marcel K. in einem Video seines youtube-Kanals. Der bekennende Salafist hat ein gutes halbes Jahr an einer Berufsschule gelehrt.

(Foto: dapd)

Monatelang unterrichtet ein Mann an einer Duisburger Berufsschule, der beim Verfassungsschutz seit 2001 als "mutmaßlicher Salafist" geführt wird. Erst durch einen Tipp von außen werden die Behörden aufmerksam und kündigen dem Mann fristlos. Ihm werden Kontakte zum Terror-Netzwerk Al-Kaida und anderen Islamisten nachgesagt.

Ein dem Verfassungsschutz seit Jahren bekannter mutmaßlicher Salafist hat monatelang an einer Duisburger Berufsschule unterrichtet. Das teilten das nordrhein-westfälische Schul- und das Innenministerium mit. Erst durch einen Hinweis von außen seien die Behörden auf die Gesinnung des Mannes aufmerksam geworden. Ihm wurde daraufhin fristlos gekündigt, wogegen er beim Arbeitsgericht klagt. Er hatte das Fach Elektrotechnik unterrichtet. Dem Mann werden auch Kontakte zum Terror-Netzwerk Al-Kaida und anderen Islamisten nachgesagt.

Er sei schon seit 2001 im Visier der Sicherheitsbehörden, teilte NRW-Verfassungsschutzchef Burkhard Freier mit. Ein Strafverfahren des Generalbundesanwaltes sei aber 2004 eingestellt worden. Derzeit gebe es kein strafrechtliches Ermittlungsverfahren gegen den Verdächtigen. Der entlassene Lehrer gelte als "Protagonist der salafistischen Szene" und gehöre zu den Gründungsmitgliedern des "Islamischen Zentrums Münster".

Das Innenministerium und die Bezirksregierung Düsseldorf als zuständige Behörde erinnerten daran, dass es seit vielen Jahren keine Regelanfrage beim Verfassungsschutz vor der Einstellung von Lehrern mehr gebe. Da es im polizeilichen Führungszeugnis keine Einträge gegeben und der Mann eine Verpflichtungserklärung auf die Werte des Grundgesetzes anstandslos unterschrieben habe, sei seine Gesinnung nicht erkannt worden.

Quelle: ntv.de, dpa