Politik

Buch als Privatmann geschrieben? Sarrazin nutzte Bank-Ressourcen

Thilo Sarrazin argumentiert, er habe sein Buch als Privatmann geschrieben. Laut "Zeit" ist das nicht ganz richtig: Der SPD-Politiker habe bei seinen Recherchen die Infrastruktur der Bundesbank genutzt.

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(Foto: dpa)

Der umstrittene Bundesbankvorstand Thilo Sarrazin hat sich bei den Recherchen für sein Buch umfassender der Ressourcen der Bundesbank bedient als bisher bekannt. Nach Informationen der "Zeit" nutzte Sarrazin über einen Assistenten die Bibliothek der Frankfurter Notenbank, um sich Material zu besorgen. Außerdem ließ er durch sein Büro bei der Bundesbank Statistiken bei der Berliner Repräsentanz der OECD bestellen, wie die Zeitung berichtet.

Die Bundesbank hatte vergangene Woche die Abberufung Sarrazins beantragt. Über den Antrag muss Bundespräsident Christian Wulff entscheiden. Sollte es zu einem Verfahren kommen, könnte die Frage der Nutzung von Bundesbankressourcen eine wichtige Rolle spielen, weil Sarrazin bisher argumentiert, sein umstrittenes Buch als Privatmann geschrieben zu haben.

Das Interesse an Sarrazins Buch "Deutschland schafft sich ab" hält derweil unvermindert an. Im nächsten "Spiegel" wird es auf Platz eins der Bestsellerliste stehen, wie der "Buchreport" gegenüber n-tv.de bestätigte. Nach Verlagsangaben hat das Buch eine Gesamtauflage von 250.000 Exemplaren.

Quelle: n-tv.de, AFP

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