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Attacke aus dem Jemen Saudi-Arabien fängt Scud-Rakete ab

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Raketenabwehrsystem aus den USA (Archivbild): Saudi-Arabien schützt sich mit Waffen aus dem Westen.

(Foto: REUTERS)

Gefährliche Eskalation im Süden der Arabischen Halbinsel: Der jemenitische Bürgerkrieg droht auf Saudi-Arabien überzuspringen. Verbündete der Huthi-Rebellen setzen im Kampf offenbar schwerste Kaliber gegen Saudi-Arabien ein.

Das saudische Militär hat angeblich eine im Jemen gestartete Scud-Rakete abgeschossen. Die Luftabwehr des Königreiches habe das anfliegende Geschoss abgefangen, berichtete die saudische Nachrichtenagentur SPA. Beim Waffensystem "Scud" handelt es sich um ballistische Boden-Boden-Raketen sowjetrussischer Bauart. Je nach Version kann der Gefechtskopf bis zu sechs Tonnen Sprengstoff aufnehmen.

Der Fernsehsender Al-Masirah, der den aufständischen Huthi-Rebellen nahesteht, bestätigte, dass die jemenitische Armee - die zumindest in Teilen auf Seiten der Huthis kämpft - eine Rakete Richtung Saudi-Arabien abgefeuert habe. Weitere Details zu dem Angriff nannte der Sender nicht.

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Attacken mit ballistischen Boden-Boden-Raketen: Yemenitische Kämpfer beschießen Saudi-Arabien.

(Foto: n-tv.de / stepmap.de)

Soldaten überqueren die Grenze

Kurz vor dem Zwischenfall waren offenbar erstmals Bodentruppen aus Saudi-Arabien über die Grenze in das Bürgerkriegsland eingedrungen. Wie der arabische Nachrichtensender Al-Arabija berichtete, droht damit im ohnehin bereits sehr blutig geführten Jemen-Konflikt eine weitere Eskalation. Die saudischen Soldaten seien einige Kilometer weit in die nördliche Provinz Saada vorgerückt. Sie sollen aufständische Huthi-Rebellen davon abhalten, Saudi-Arabien über die Grenze hinweg zu beschießen. Die Angaben wurden zunächst nicht bestätigt.

Seit dem Beginn der Luftangriffe der saudisch geführten Militärallianz vor fünf Monaten hatten Huthis immer wieder saudische Stützpunkte unter anderem mit Granaten angegriffen und dabei auch Grenzsoldaten getötet. Anfang Juni hatten Kämpfer im Jemen schon einmal eine größere Raketen auf Saudi-Arabien abgefeuert.

Damals schossen saudische Abfangraketen vom Typ "Patriot" die anfliegende Scud-Rakete aus dem Jemen ab, bevor der Sprengkopf der Rakete den saudischen Luftwaffenstützpunkt "King Khalid Air Base" erreichen konnte. Die Militärbasis liegt nur gut 100 Kilometer von der Grenze entfernt.

Erbitterte Kämpfe

Eine Ausweitung der Kampfhandlungen über die Grenze hinweg dürfte vor allem der Bevölkerung im Jemen zusätzliches Leid aufbürden. In dem bitterarmen Land liefern sich die schiitischen Rebellen und Verbündete des nach Saudi-Arabien geflohenen sunnitischen Präsidenten Abed Rabbo Mansur Hadi seit Monaten blutige Gefechte. Die saudische Luftwaffe fliegt Angriffe aus der Luft.

Im Kreuzfeuer der kämpfenden Parteien kommen immer wieder unschuldige Zivilisten ums Leben. Die Versorgungslage ist extrem schwierig, die Kämpfe wogen hin und her. In den vergangenen Monaten verloren die Huthis große Teile im Süden des Jemen, kontrollieren aber immer noch weite Teile im Norden.

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Quelle: n-tv.de, mmo/dpa

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