Politik

Biometrie macht Reisen sicherer Schily als Vorreiter

Bundesinnenminister Otto Schily (SPD) hat auf dem Frankfurter Flughafen die erste vollautomatische Kontrollstelle zur Iris-Erkennung bei Flugreisenden eröffnet. Von Freitag an können insbesondere Vielflieger bei der Grenzkontrolle viel Zeit sparen, wenn sie sich anhand ihrer Augen identifizieren lassen.

Mit Hilfe des auf einem optischen Lesegerät basierenden Gerätes können Passagiere künftig in Frankfurt einreisen, ohne ihren Pass vorzeigen zu müssen. Bei der Kontrolle müssen die Passagiere ihren maschinenlesbaren Ausweis eingeben. Nach dem Lesen des Reisepasses tastet das System berührungslos die Struktur der Iris ab. Diese ist genauso einzigartig wie ein Fingerabdruck und weist rund 260 Merkmale auf. Stimmen die Daten auf dem Pass mit dem Scan der Iris überein, gibt die Maschine den Weg zum Ausgang frei. Der Vorgang soll rund 20 Sekunden dauern.

Dafür müssen sich die Passagiere zunächst einer grenzpolizeilichen Überprüfung unterziehen und eine Datenschutzerklärung unterzeichnen. Das Angebot richtet sich ausschließlich an volljährige EU-Bürger. Sie können sich von Samstag an beim Bundesgrenzschutz registrieren lassen. In einem sechs Monate währenden Modellversuch will der BGS die Alltagstauglichkeit der biometrischen Personenkontrolle erproben. Beim ersten Testlauf des Innenministers streikte die Anlage kurzfristig wegen der Blitzlichter der Fotografen, ließ Schily schließlich aber passieren.

Schily betonte die Vorreiterrolle der Bundesrepublik. "Biometrie macht das Reisen nicht nur sicherer, sondern auch einfacher." Neben der mit Abstand zuverlässigsten Methode Iris-Erkennung werde im Visa-Bereich auch der Abgleich von Fingerabdrücken und Gesichtskonturen erprobt. Die Kombination mehrerer biometrischer Merkmale erhöhe die Sicherheit. Es sei keine Personendatei geplant, in der alle Bürger erfasst würden. Denkbar sei aber, die Daten der Einreisenden mit den Fahndungsdateien abzugleichen. Dies geschehe heute bereits manuell.

Quelle: ntv.de