Politik

Ärzte-Tarifstreit Schmidt schaltet sich ein

Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) hat die Ärztegewerkschaft Marburger Bund und die Bundesländer zur raschen Beendigung ihres Tarifkonflikts aufgefordert. "Im Interesse der Patienten appelliere ich an die Tarifpartner, möglichst rasch an den Verhandlungstisch zurückzukehren, damit endlich eine Lösung gefunden wird", sagte Schmidt der "Berliner Zeitung".

Unterdessen hat sich der Verband der Universitätskrankenhäuser (VUD) als Vermittler angeboten. Die Unikliniken seien "bereit, ihren Sachverstand anzubieten und zur Lösung des Konflikts beizutragen", sagte der stellvertretende VUD-Vorsitzende Jörg Rüdiger Siewert dem Berliner "Tagesspiegel". Dazu sei ein Treffen in der kommenden Woche in Berlin geplant.

Siewert kritisierte eine "unbillige Verhärtung der Fronten". Eine Streikausweitung würde medizinische Ausbildung, Forschung und Patientenversorgung in Deutschland existenziell schädigen. Scharfe Kritik übte der Verbandsvize auch an der Tarifgemeinschaft der Länder (TdL). Es habe sich herausgestellt, dass diese nicht mehr funktionstüchtig sei. Die Verhandlungen müssten nun auf Länderebene heruntergebrochen werden.

Nach dem erneuten Scheitern eines Einigungsversuchs stehen die deutschen Kliniken vor einer historisch beispiellosen Streikwelle. Der Marburger Bund kündigte am Freitag einwöchige Arbeitsniederlegungen in 35 Städten an. Der Gewerkschaft zufolge werden ab Montag an mehr als der Hälfte aller Universitätskliniken und an zehn Landeskrankenhäusern Mediziner in den Ausstand treten. Bisher waren die Streiks auf zwei bis drei Tage je Woche und Standort beschränkt. Ein Spitzengespräch zwischen Ärzten und Arbeitgebern hatte nach mehr als zwölfstündigen Verhandlungen erneut keinen Durchbruch gebracht. Beide Seiten sind vor allem in der Frage der Löhne noch weit auseinander. Einen Termin für ein neues Gespräch gibt es nicht.

Quelle: ntv.de

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