Politik

Palmer verspottet Erdogan "Schneiden Sie Böhmermann die Eier ab"

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Boris Palmer ist Oberbürgermeister von Tübingen.

(Foto: picture alliance / dpa)

Im Fall Böhmermann macht sich jetzt auch der Grünen-Politiker Boris Palmer über den türkischen Präsidenten lustig. Er schreibt Erdogan bei Facebook einen Brief voller Ironie. Darin macht er sogar einen Vorschlag, wie der Komiker bestraft werden könnte.

Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer hat sich in der Böhmermann-Affäre auf satirische Weise zu Wort gemeldet. In einem offensichtlich nicht ernst gemeinten Beitrag auf seiner Facebook-Seite richtete sich der Grünen-Politiker direkt an den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan. Dabei benutzte er auch vulgäre Begriffe.

Palmer schrieb: "Als Bürger der Bundesrepublik Deutschland möchte ich mich bei Ihnen für die 'schweren Verbrechen gegen die Menschlichkeit' entschuldigen, die Herr Böhmermann ihnen gegenüber verübt hat." Außerdem fordert er eine knallharte Bestrafung. Es sei völlig inakzeptabel, dass ein Satiriker ein Staatsoberhaupt unter den Deckmantel der Meinungsfreiheit beleidige. An Erdogan gewandt schrieb Palmer: "Dies gilt um so mehr, als Sie den Kampf gegen die Meinungsfreiheit im eigenen Land mit großer Überzeugung und glaubwürdig führen."

Darüber hinaus schlägt Palmer dem türkischen Präsidenten vor, ein Auslieferungsersuchen zu stellen, um Böhmermann härter bestrafen zu können. Palmers Vorschlag lautet: "Schneiden Sie Herrn Böhmermann die Eier ab, damit er sich nie wieder über Präsidenten mit kurzem Schwanz lustig macht."

In dem Schmähgedicht hatte Böhmermann Erdogan unterstellt, Sex mit Tieren zu haben und Kinderpornos zu schauen. Der türkische Präsident stellte daraufhin einen Strafantrag gegen den Satiriker. Der steht inzwischen unter Polizeischutz. Seine für Donnerstag geplante Sendung "Neo Magazin Royale" wurde abgesagt. Grund dafür sei die "massive Berichterstattung und der damit verbundene Fokus auf die Sendung und den Moderator", hieß es auf der Facebook-Seite der Sendung.

 

Quelle: ntv.de, hul/dpa