Politik

Die neue Nähe Schröder beendet USA-Besuch

Bundeskanzler Gerhard Schröder hat mit seinem Besuch im Weißen Haus das Eis gebrochen: Er und US-Präsident George W. Bush beschlossen ein "deutsch-amerikanisches Bündnis für das 21. Jahrhundert". Beide verpflichteten sich zu "echter Partnerschaft".

Bush und Schröder betonten bei ihrer ersten Begegnung im Weißen Haus in Washington seit zwei Jahren, dass sie sich für Frieden und Stabilität im Nahen und Mittleren Osten einsetzen wollen. Differenzen über den Irak-Krieg gehörten der Vergangenheit an, so Schröder.

Partnerschaft für nahen und mittleren Osten

Ziel der "echten Partnerschaft" für den gesamten Nahen und Mittleren Osten müsse es sein, Frieden, Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Sicherheit in dieser Region zu fördern. Bush und Schröder kündigten an, auf dem Gipfeltreffen der G-8-Länder sowie der NATO-Tagung in Istanbul Vorschläge für Reformen im Nahen Osten vorzulegen. Diese würden eng mit den Partnern in der Region und in Europa abgestimmt. Der Road-Map genannte internationale Friedensplan für die Region sei das beste Mittel, Frieden zwischen Israel und den Palästinensern zu erreichen. Der Vision zweier Staaten, die in Frieden und Sicherheit Seite an Seite leben, müsse man näher kommen.

Schröder: Bush für starken Dollar

Bush und Schröder kündigten die Verbesserung der Wirtschaftsbeziehungen beider Staaten an. Dazu solle unter anderem die Liberalisierung des Handels beitragen.

Wie Schröder nach dem Treffen klar machte, hat sich Bush für einen starken Dollar ausgesprochen: "Der Präsident hat klar gemacht, dass er politisch an einem starken, nicht an einem schwachen Dollar interessiert ist", so Schröder vor Journalisten. Bush habe außerdem erklärt, dass er "in bestimmten Zeiträumen" das Doppeldefizit in Haushalt und in der Leistungsbilanz abbauen wolle.

Präsident belieben zu scherzen

Wie sehr sich die Stimmung zwischen beiden Staatsmännern verbessert hat, belegt ein Scherz des US-Präsidenten am Rande der Pressekonferenz: "Der Kanzler hat Humor und daher kann er mich zum Lachen bringen. Und es ist leicht, mit einem Menschen umzugehen, der mich zum Lachen bringt. Und wenn es leicht ist, mit einem Menschen zusammen zu sein, dann bedeutet das, dass ich ein angenehmes Verhältnis zu ihm habe."

Zum Abschluss das Bonbon

Zum Abschluss seines zweitägigen USA-Besuchs hat der Kanzler in Jackson im US-Staat Mississippi eine Ausstellung mit Meisterwerken aus Dresden eröffnet. Die Staatlichen Kunstsammlungen der sächsischen Landeshauptstadt präsentieren sich damit zum ersten Mal in den USA. An der Eröffnung nahm auch der sächsische Ministerpräsident Georg Milbradt (CDU) teil. Die über zehn Mio. Dollar teure Ausstellung wurde zum größten Teil von privaten Sponsoren finanziert. Von Jackson trat Schröder den Rückflug nach Berlin an.

Quelle: ntv.de