Politik

Wenn es Zeit zum Gehen ist Schröder gibt Merkel Tipps

42312382.jpg

Im November 2005 übergab Schröder Merkel das Bundeskanzleramt.

(Foto: picture alliance / dpa)

Altkanzler Schröder verkündet zurzeit gerne "klare Worte". Nicht nur heißt sein jüngstes Buch so, vielmehr gibt er jetzt auch Kanzlerin Merkel einige Ratschläge - und kritisiert indirekt ihren Politikstil.

Der frühere Bundeskanzler Gerhard Schröder rät seiner Nachfolgerin Angela Merkel, nicht den richtigen Zeitpunkt für den Abschied vom Amt zu verpassen. "Ich habe seinerzeit nicht ohne Grund gesagt: Zwei Legislaturperioden als Kanzler sind genug", sagte Schröder dem Spiegel". "Die Beanspruchung im Amt ist schon immens", so der SPD-Politiker. Dazu komme, "dass Medien und Öffentlichkeit irgendwann ein neues Gesicht haben wollen".

Schröder erklärte weiter: "Sollte Angela Merkel 2017 also nochmal antreten, wird sie es weitaus schwerer haben. Aber das weiß sie auch." Schröder war bei den vorgezogenen Neuwahlen 2005 nach sieben Jahren als Kanzler abgewählt worden, CDU-Chefin Merkel regiert seitdem. Nur wenige Wochen nach seiner Abwahl wurde öffentlich, dass Schröder zur North Stream AG wechseln wollte, die mehrheitlich der russischen Gazprom gehört.

Es mache "auf jeden Fall" Sinn, rechtzeitig einen Nachfolger als Kanzler aufzubauen, so der 69-jährige Schröder. "Aber die Union hat doch niemanden." Die neue Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen, die immer wieder als mögliche Nachfolgerin Merkels genannt wird, sieht Schröder skeptisch. "Sie wird in ihrem neuen Amt zeigen müssen, was sie kann", sagte er.

Gleichzeitig übte Schröder indirekt Kritik am Politikstil der Kanzlerin. "Regieren verlangt gelegentlich auch Mut zum Risiko. Nur immer nach dem Motto zu handeln: 'Erst mal sehen, in welche Richtung sich die Mehrheitsmeinung entwickelt', funktioniert auf Dauer nicht", sagte der Altkanzler. "Stets dem Mainstream zu folgen, hat nichts mit politischer Führung zu tun."

Quelle: n-tv.de, ghö

Mehr zum Thema