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Vorkasse soll Schulden verhindern Schwarz-Rot will Prepaid-Karten für Strom

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Telefonkarten gibt es schon fast in jeder Drogerie.

(Foto: picture alliance / dpa)

Strom ist teuer. Weil immer mehr Verbraucher ihre Rechnungen nicht mehr bezahlen können, bleiben die Versorger auf den Kosten sitzen. Meist wird das für die Kunden teuer. Union und SPD feilen offenbar an einem Konzept, um beide Seiten davor zu schützen.

Prepaid-Karten für das Handy sind vielen Verbrauchern ein Begriff: Man kann nur telefonieren oder im Internet surfen, wenn vorher die Rechnung bezahlt ist - und auch nur so lange, wie das Geld reicht. Anderenfalls ruht das Telefon. Ähnliches planen Union und SPD offenbar beim Haushaltsstrom. Auch hier wollen die künftigen Koalitionäre eine Prepaid-Karte einführen, um die wachsende Zahl von Stromsperren einzudämmen

"Wie bei entsprechenden Handy-Verträgen bekämen die Versorger ihr Geld und die Verbraucher müssten nicht auf Strom verzichten", sagte die CDU-Politikerin Mechthild Heil der "Saarbrücker Zeitung". Sie leitet für die Union die Arbeitsgruppe Verbraucherschutz in den Koalitionsverhandlungen. Der Chefunterhändler der SPD-Seite, Ulrich Kelber, sagte, Kunden würden dann "achtsamer und sparsamer mit ihrem Verbrauch umgehen".

Nach Informationen der Zeitung ist geplant, dass die Verbraucher Stromkontingente auf Prepaid-Karten laden oder ihr Guthaben online beziehen können. Das Vorkasse-Verfahren solle verhindern, dass sich Monat für Monat Stromschulden auftürmten, die dann zur Sperre und noch höheren Kosten führten. Die Energieversorger sollen dem Bericht zufolge dazu verpflichtet werden, ihre Stromzähler umzurüsten. Laut Heil sei dafür eine Frist von zehn Jahren vorstellbar.

Opposition fordert Gesetz gegen Stromabschaltungen

Die Unterarbeitsgruppe Verbraucherpolitik hatte bereits zum Abschluss ihrer Verhandlungen Maßnahmen gegen Strom- und  Gassperren angekündigt, um vor allem Verbraucher mit niedrigem  Einkommen vor Energiearmut zu schützen.

In der jüngsten Vergangenheit hatte die Linkspartei ein Gesetz gefordert, das Energieversorgern verbietet, Privathaushalten wegen unbezahlter Rechnungen den Strom abzuschalten. Ein solches Verbot gibt es bereits in Frankreich und Belgien, wo es allerdings nur in den Wintermonaten angewandt wird.

In Deutschland sind pro Jahr mehr als 300.000 Haushalte von  Stromsperren betroffen. Die Anzahl der Sperrandrohungen liegt bei rund sechs Millionen. Zudem gibt es hierzulande jedes Jahr im Winter mehrere Tote auf aufgrund von Stromabschaltungen. Zumeist kommen die Menschen bei Wohnungsbränden ums Leben.

Quelle: n-tv.de, ppo/dpa

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