Politik

Terror in Nigeria geht weiter Sechs Menschen sterben

Der Terror in Nigeria geht weiter. Nun traf es erstmals eine bisher eher friedlichen Region. Sechs Menschen sterben bei einem Anschlag auf den Kovoi eines Polizeichefs im Norden des Landes. Nigerias Präsident rief seine Landsleute zur Einheit auf. Washington äußerte sich besorgt.

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Der Anschlag galt wohl dem Polizeichef des Bundesstaates Taraba.

(Foto: ASSOCIATED PRESS)

Bei einem Terroranschlag auf den Konvoi eines Polizeichefs im Nordosten Nigerias sind sechs Menschen getötet und viele andere verletzt worden. Keine 24 Stunden zuvor waren bei einem Bombenanschlag auf die katholische Universität der Stadt Kano 17 Menschen ums Leben gekommen. Nigerias Präsident Goodluck Jonathan forderte die Bürger in dem bevölkerungsreichsten Staat Afrikas zur Einheit "bei der Verurteilung und Ablehnung der Terroristen" auf. Deren Ziel sei die "Destabilisierung der Nation".

US-Außenministerin Hillary Clinton verurteilte den Terror in Nigeria, insbesondere "den schändlichen Anschlag während eines Gottesdienstes in der Bayero-Universität in Kano." Die USA seien "besorgt über die Angriffe auf Kirchen, Medien und Regierungsbehörden" und verurteilten die Terroristen, die "christlich-muslimische Spannungen entzünden wollen".

Der Bombenanschlag nahe dem Finanzministerium in der Stadt Jalingo hatte nigerianischen Medien zufolge offensichtlich den Polizeichef des Bundesstaates Taraba zum Ziel. Das Attentat erfolgte nach Polizeiangaben gegen acht Uhr morgens, als viele Mitarbeiter des Ministeriums zu ihrem Arbeitsplatz unterwegs waren. Ein großer Teil des Gebäudes sei zerstört worden, hieß es. Die Rettungskräfte waren noch am Nachmittag im Einsatz.

Der überwiegend von Christen bewohnte Bundesstaat im Nordosten Nigerias galt in dem krisengeschüttelten Land bisher als eine beispielhafte Region für das friedliche Zusammenleben von Christen und Muslimen. mZu den Anschlägen bekannte sich zunächst niemand. Es wurde jedoch vermutet, dass die islamistische Sekte Boko Haram hinter den Angriffen steht.

Die Terrororganisation ist seit 2011 für zahlreiche Anschläge auf internationale Institutionen, Behörden, Polizeistationen und Kirchen sowie Lokale, in denen Alkohol ausgeschenkt wird, verantwortlich. Dabei wurden insgesamt mehrere hundert Menschen getötet. Boko Haram führt einen "Heiligen Krieg" für die Errichtung eines islamischen Gottesstaates und die Einführung des islamischen Rechtssystems Scharia.

Quelle: ntv.de, dpa

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