Politik

Blutige Demonstration Soldaten töten 20 Iraker

Bei gewaltsamen Zusammenstößen zwischen Besatzungssoldaten und Anhängern des radikalen Schiiten-Predigers Muktada el Sadr sind in der irakischen Stadt Nadschaf 20 Iraker und vier Soldaten aus El Salvador getötet worden.

Ein Sprecher der spanisch-geführten Brigade "Ultra Plus" sagte, die Schiiten hätten versucht, den spanischen Stützpunkt, das Bürgermeisteramt und den Sitz des Zivilschutzes anzugreifen und dabei Feuerwaffen eingesetzt. Das spanische Militär habe das Feuer erwidert. Nadschaf ist für die Schiiten eine heilige Stadt.

Die Soldaten hätten aus mehreren Richtungen auf die Demonstranten gefeuert, berichtete ein Fotograf der Nachrichtenagentur Reuters.

Der arabische Nachrichtensender El Dschasira meldete, Krankenhausärzte hätten in Nadschaf 20 Tote und 150 verletzte Iraker gezählt. Das spanische Verteidigungsministerium teilte mit, neun weitere Soldaten aus El Salvador seien verletzt worden.

El Sadr ruft zum Kampf auf

Auslöser für die Unruhen war offenbar die Festnahme von Scheich Mustafa el Jakubi, eines Beraters von El Sadr, durch Besatzungstruppen. Hunderte von Demonstranten hatten zuvor die Freilassung El Jakubis gefordert. Auch im Zentrum von Bagdad versammelten sich Tausende Anhänger El Sadrs.

In einer Erklärung von El Sadr, die bei der Demonstration in Bagdad verlesen wurde, hieß es: "Beendet die Demonstrationen und setzt fortan effektivere Methoden wie etwa militärische Operationen ein".

El Sadr, der aus Protest gegen den Tod seiner Anhänger am Sonntag einen Sitzstreik in einer Moschee in Nadschaf begann, erklärte, seine Anhänger kontrollierten nun Kufa, eine Nachbarstadt von Nadschaf. Ein Sprecher seiner Bewegung sagte, US-Soldaten hätten am Sonntag ein Büro der El-Sadr-Anhänger in Bagdad gestürmt und dabei zwei Menschen getötet.

Im Zentrum der nordirakischen Stadt Kirkuk explodierte kurz vor Beginn einer Demonstration der radikalen schiitischen Gruppe eine Autobombe. Fünf Iraker und mehrere US-Soldaten wurden dabei nach Angaben von Augenzeugen verletzt. Begonnen hatte die neue Welle der Gewalt, als am Samstag bei einer Demonstration der zum Großteil El-Sadr-Getreuen in Bagdad zwei Schiiten ums Leben kamen, die sich vor amerikanische Panzer geworfen hatten.

Bei Kampfhandlungen im Westirak starben am Samstag nach Angaben des Militärkommandos in Falludscha zwei US-Marineinfanteristen. Bei Angriffen auf Polizisten und Zivilisten in Bagdad, Samarra, Kerbela und Bakuba kamen am Wochenende insgesamt elf Iraker ums Leben.

Quelle: ntv.de