Politik

Das Weimarer Dreieck Solides Zentrum für Europa

Im August 1991 tagten die Außenminister von Deutschland, Frankreich und Polen im thüringischen Weimar. Als Ergebnis dieses Treffens unterzeichneten sie eine "Weimarer Erklärung" zur gemeinsamen Entwicklung von engen politischen Beziehungen ihrer drei Staaten. Die Initiative dazu ging vom damaligen deutschen Außenminister Hans-Dietrich Genscher aus, der vor allem das im Umbruch befindliche Polen eng in Mitteleuropa einbinden wollte.

Für die Deutschen sollte vor allem die wachsende wirtschaftliche Verflechtung mit dem östlichen Nachbarn politisch abgesichert werden. Motto: "Der Diplomat folgt dem Kaufmann." Polen sollte vom Weimarer Dreieck profitieren, indem die traditionell guten deutsch-französischen Beziehungen auf den östlichen Nachbarn ausgedehnt werden. Sein Land wolle nicht nur Empfänger der Ostpolitik, sondern "Co-Autor" sein, sagte der polnische Außenminister Bartsozweski im vergangenen Jahr. Frankreich ist zwar geografisch am weitesten vom Schwerpunkt des Weimarer Dreiecks entfernt, kann aber seinen Einfluss nach Osten ausdehnen und sicherstellen, dass es durch die immer engere deutsch-polnische Zusammenarbeit nicht politisch an den Rand gedrängt wird.

Anfang 1994 wurde die Idee des Weimarer Dreiecks auf die Militärpolitik ausgedehnt. Als Ziel ihrer Arbeit erklärten die drei Verteidigungsminister die Heranführung von Polen an westliche Sicherheitsstrukturen, also EU und NATO. So soll ein Grundgerüst für ein künftiges europäisches Sicherheitssystem geschaffen werden. Deutschland, Polen und Frankreich veranstalten gemeinsame Manöver und Seminare hochrangiger Militärs.

Seit 1998 gibt es neben Treffen von Parlamentariern auch regelmäßige Zusammenkünfte der drei Staats- und Regierungschefs.

Quelle: ntv.de