Politik

Konservative haben das Nachsehen Spanien legalisiert die Homoehe

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Spontane Kundgebung in Madrid. Die Demonstranten bedanken sich bei der Regierung des Sozialisten Zapatero, die Gesetz über die Homoehe verabschiedete.

(Foto: dpa)

Spaniens Verfassungsrichter brauchen sieben Jahre für die Entscheidung: Nun erklären sie die Homo-Ehe für legal. Für die Konservativen um Regierungschef Rajoy bedeutet die Abweisung ihrer Verfassungsklage einen herben Rückschlag. Seit Inkrafttreten des Gesetzes vor sieben Jahren werden in Spanien 25.000 Homoehen geschlossen.

Das spanische Verfassungsgericht hat die Ehe zwischen gleichgeschlechtlichen Partnern für legal erklärt. Nach siebenjährigen Beratungen wiesen die Madrider Richter mit acht zu drei Stimmen eine Verfassungsklage der konservativen Volkspartei (PP) von Ministerpräsident Mariano Rajoy gegen die Zulassung der Homoehe zurück.

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Tausende Spanier demonstrierten 2005 gegen die Einführung der Homoehe.

(Foto: picture-alliance/ dpa/dpaweb)

Spanien war 2005 unter der damaligen Regierung des Sozialisten José Luis Rodríguez Zapatero eines der ersten Länder der Welt gewesen, das homosexuellen Paaren nicht nur Eheschließungen erlaubte, sondern auch die Adoption von Kindern. Eine solche Regelung hatte es damals nur in den Niederlanden und in Teilen der USA gegeben.

Die katholische Kirche und die PP protestierten heftig gegen das Gesetz und riefen zu Massenkundgebungen auf. Die PP begründete ihre Verfassungsklage damit, dass die Institution der Ehe als ein Grundelement der Gesellschaft entstellt werde. Zapateros konservativer Nachfolger Rajoy betonte kurz vor dem Urteil der Richter, die PP sei nicht gegen die Gleichberechtigung von Lebensgemeinschaften von Homosexuellen, sondern nur dagegen, dass diese als Ehen bezeichnet würden.

25.000 Ehen werden legal

Seit dem Inkrafttreten des Gesetzes vor sieben Jahren wurden in Spanien rund 25.000 Ehen von Gleichgeschlechtlichen geschlossen. Für die Rajoy-Regierung bedeutet die Abweisung der Verfassungsklage einen Rückschlag. Allerdins gaben Politiker der PP gaben zu verstehen, dass die Konservativen das Gesetz nun nicht mehr ändern wollten, obwohl sie im Parlament über die absolute Mehrheit verfügen. "Wir respektieren die Entscheidung der Gerichte", sagte Agrarminister Miguel Arias Cañete.

Javier Maroto, konservativer Bürgermeister der baskischen Stadt Vitoria, betonte: "Jetzt wird vor dem Gesetz endlich das normal, was auf der Straße längst als normal gilt." Justizminister Alberto Ruiz-Gallardón hatte gegen die Zulassung der Homo-Ehe nie Einwände erhoben. Als Madrider Bürgermeister hatte er selbst homosexuelle Paare getraut.

Quelle: n-tv.de, dpa

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