Politik

Angst vor Anschlägen auf die Grenze Stasi war in westdeutscher Naziszene aktiv

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Westdeutsche Neonazis nach der Wende in den frühen 1990er-Jahren.

In den späten 80er-Jahren erkennt die Staatsführung der DDR, dass nicht nur Popkultur oder Reisefreiheit im Westen die einheimische Jugend anziehen, sondern auch Neonazis. Um nicht überrascht zu werden, schickt sie eigene Leute zu den Rechten.

Der DDR-Staatssicherheitsdienst hat einem Medienbericht zufolge die rechtsextreme Szene in der Bundesrepublik mit zahlreichen Spitzeln ausspioniert. Nach Erkenntnissen der Stasi-Unterlagenbehörde habe das Ministerium für Staatssicherheit mindestens 42 Inoffizielle Mitarbeiter unter westdeutschen Neonazis und in deren unmittelbarem Umfeld geführt, berichtet die "Berliner Zeitung".

Einige der IM seien gleichzeitig V-Leute des westdeutschen Verfassungsschutzes gewesen und hätten der Stasi so Einblick in dessen Arbeit geben können. Weitere fast 30 Rechtsextremisten waren laut dem Bericht als sogenannte IM-Vorläufe registriert. Das heiße, dass nach mehreren Informationsgesprächen eine Anwerbung als Spitzel vorbereitet worden sei. Der überwiegende Teil der in der rechten Szene geführten Stasi-Spitzel sei in den 1980er-Jahren angeworben worden.

Das Hauptaugenmerk der Stasi richtete sich der Zeitung zufolge darauf, Anschläge gegen die innerdeutsche Grenze zu verhindern. Entsprechende Pläne seien in den rechtsextremen Gruppen immer wieder im Gespräch gewesen und zum Teil auch umgesetzt worden. Zudem habe das Ministerium für Staatssicherheit verhindern wollen, dass die in den späten 80er-Jahren stärker werdende rechte Szene in der DDR ihre Verbindungen zu Gleichgesinnten ausbaue.

Quelle: ntv.de, nsc/AFP

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