Politik

Zwei Hüte im Unions-Ring Stoiber erinnert an Strauß

Ähnlich indirekt wie vor ihm bereits CDU-Chefin Angela Merkel hat der CSU-Vorsitzende Edmund Stoiber seinen Anspruch auf eine Kanzlerkandidatur für die Union bekräftigt. Gegenüber der "Welt am Sonntag" sagte er, eine Vernachlässigung der bayerischen Landespolitik sehe er im Falle seiner Kandidatur nicht.

"Die Kandidatur von Franz Josef Strauß 1980 hat Bayern auch nicht geschadet", sagte Stoiber. Strauß war 1980 als Kanzlerkandidat der Union angetreten - und hatte der Union ein Minus von mehr als vier Prozent beschert. Allerdings räumen Beobachter dem derzeitigen bayerischen Ministerpräsidenten bessere Chancen ein: In den Umfragen liegt Stoiber vor Merkel.

Merkel hatte bereits am Freitag erklärt, sie wolle Ende des Jahres 2001 nicht am Ende ihres politischen Weges sein. Dem "Spiegel" sagte sie, Deutschland sei grundsätzlich reif für eine Bundeskanzlerin.

Süssmuth für Merkel

Unterstützung bekam Merkel von der CDU-Politikerin Rita Süssmuth. Der "Bild"-Zeitung sagte Süssmuth, die Zeit sei seit langem reif für die Kanzlerkandidatur einer Frau. "Frau Merkel hat die Kompetenz. Sie hat in schwierigster parteipolitischer Situation ihre Führungsqualitäten unter Beweis gestellt."

Bei der Lösung der so genannten K-Frage erwartet Stoiber Einigkeit. Der "Passauer Neuen Presse" sagte er, Merkel und er hätten vereinbart, "dass wir unseren Parteien einen gemeinsamen Vorschlag zum Thema Kanzlerkandidat machen. Bleibt es dabei, und davon gehe ich aus, stellt sich die Frage einer Kampfabstimmung nicht."

Der "Welt am Sonntag" sagte Stoiber, er gehe davon aus, "dass wir, was die Frage der Kanzlerkandidatur betrifft, noch im Januar zu einer Entscheidung kommen." Merkel sagte, sie werde gemeinsam mit Stoiber "Anfang des Jahres" einen Vorschlag machen, wer Gegenkandidat von Bundeskanzler Gerhard Schröder bei der Bundestagswahl im kommenden September werde.

Quelle: ntv.de