Politik

Teure C&A-Rabatte Strafe für "Euro-Service"

Die Rabattaktion Anfang des Jahres war spektakulär, nun muss C&A dafür zahlen: Eine Mio. Euro Strafe, so entschied das Düsseldorfer Landgericht. Der Vorsitzende Richter Horst Butz stufte die Preisnachlässe bei Einführung des Euro-Geldes als wettbewerbswidrig ein. Ein Unternehmensprecher bezeichnete die Entscheidunng des Gerichts als "sehr enttäuschend". C&A werde auf jeden Fall Berufung gegen das Urteil einlegen.

Die Handelskette hatte in der ersten Januarwoche auf alle Waren 20 Prozent Rabatt für Kartenzahler ausgelobt. Als Wettbewerbshüter dagegen eine einstweilige Verfügung erwirkten, weitete das Unternehmen die Aktion auf alle Kunden aus.

Auch nach dem Fall des Rabattgesetzes sei die Aktion in den bundesweit 184 C&A-Filialen wettbewerbswidrig gewesen, sagte der Vorsitzende Richter Butz. Es habe sich um einen verbotenen Sonderverkauf und somit um unlauteren Wettbewerb gehandelt. Die Abschaffung des Rabattgesetzes bedeute keineswegs eine völlige Freigabe von Preisnachlässen.

"Ob diese Regelungen sinnvoll sind, muss im politischen Raum entschieden werden", sagte Butz. C&A habe zudem mindestens eine einstweilige Verfügung des Gerichts bewusst ignoriert. Die Ordnungsgelder seien mit insgesamt einer Mio. Euro so hoch ausgefallen, damit sich Verstöße gegen gerichtliche Verbote nicht lohnen. Die Bekleidungskette habe immerhin mit der Aktion ein Umsatzplus von 172 Prozent erzielt: "Es hat ein Run stattgefunden", sagte der Richter.

"Schwerer Monat" für C &A

Ein Sprecher des Unternehmens nannte das vom Gericht festgestellte Umsatzplus eine "Fantasiezahl". Man habe den Kunden den Rabatt versprochen und die Aktion deswegen nicht einfach absagen können. "Der Januar war ein schwerer Monat für uns", hieß es. Die Umsätze seien erst gestiegen, als eine öffentliche Diskussion über die Rabattaktion entbrannt sei.

C&A hatte die Aktion mit "der historisch einmaligen Situation der Währungsumstellung" gerechtfertigt. Mit dem Rabatt habe man der einerseits der befürchteten Kauf-Zurückhaltung entgegen treten wollen, andererseits habe verhindert werden sollen, dass die C&A- Filialen zu "Wechselstuben der Nation" umfunktioniert würden. Ein Preisnachlass von 20 Prozent sei in der Textilbranche zudem keineswegs unüblich.

Die "Zentrale zur Bekämpfung des unlauteren Wettbewerbs" begrüßte den Richterspruch. Der Handelsverband BAG dagegen sprach von einem Schritt in die "grundsätzlich falsche Richtung". Das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb sei veraltet und werde den Kundeninteressen nicht gerecht. Auch die Verbraucherzentralen forderten eine "Totalreform des Wettbewerbsrechts" zu Gunsten der Verbraucher.

Quelle: n-tv.de