Politik

Zwangsprostitution Strafe für Freier geplant

Bundesjustizministerin Brigitte Zypries will schärfer gegen Freier von Zwangsprostituierten vorgehen.

Durch ein neues Prostitutionsgesetz sollten Freier bestraft werden können, die die Zwangslage einer Prostituierten ausnutzten, sagte die SPD-Politikerin in einem Interview mit der Wochenzeitung "Die Zeit". Es gehe um Fälle, in denen die Freier bemerkten, dass die Frauen offensichtlich nicht freiwillig der Prostitution nachgingen, ihnen dies aber egal sei. "Damit soll er künftig nicht mehr davonkommen", kündigte Zypries an. Auch den grenzüberschreitenden Sextourismus hat die Ministerin im Visier. Zwangsprostitution solle auch strafbar sein, wenn ein Deutscher "nur mal eben über die Grenze gefahren ist, um sich Liebesdienste zu kaufen".

Zypries sprach sich dafür aus, das Bleiberecht von Zwangsprostituierten, die in Prozessen als Zeugen aussagten, zu verlängern. Grundsätzlich müssten diese Frauen stärker als Opfer und als Menschen wahrgenommen werden. Ein generelles Verbot der für den Kauf von Sex nach schwedischem Vorbild lehnte die Ministerin ab. "Frauen, die sich prostituieren wollen, sollen das tun können", sagte die SPD-Politikerin.

Der FDP-Fraktionsgeschäftsführer Jörg van Essen lehnte das Gesetzesvorhaben ab, da es nur schwer umsetzbar sei. "Es wird nur selten gelingen, den Tatnachweis zu erbringen", erklärte er in Berlin. Die Freier würden einfach bestreiten erkannt zu haben, dass die Prostituierte unter Zwang gestanden habe.

Quelle: n-tv.de