Politik

Trotz Bahn-Ankündigung Streik geht weiter

Im Tarifstreit bei der Deutschen Bahn wollen die Gewerkschaftschaften ihre Warnstreiks heute ausdehnen. Betroffen ist nach Angaben der Gewerkschaft Transnet der Nah- und Fernverkehr in Bayern. In den vergangenen Tagen war der Bahnverkehr in Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt und Sachsen behindert worden.

Am Montag hatte die Bahn für Donnerstag ein "konkretisiertes Angebot" angekündigt. Zugleich appellierte der bundeseigene Konzern an die Gewerkschaften, die ohnehin schwierige Lage des Unternehmens nicht noch durch Streiks auf Kosten der Kunden zu verschärfen.

In Sachsen und Sachsen-Anhalt kamen am Montag Tausende Reisende zu spät ans Ziel. Viele reagierten mit Unverständnis. In Leipzig waren insgesamt 40 Züge betroffen; zwei Fernverkehrszüge wurden umgeleitet. In Magdeburg hatten etwa 30 Nahverkehrszüge, vier Fernverkehrszüge sowie sieben Güterzüge Verspätung. Mehrere Züge fielen ganz aus.

Die Warnstreiks sollen zunächst bis zur dritten Tarifrunde bundesweit fortgesetzt werden. Die beiden Bahngewerkschaften fordern für die 160.000 Beschäftigten fünf Prozent mehr Lohn und die sofortige Angleichung der Ost-Einkommen an das Westniveau. Sollte es am Donnerstag keine Bewegung im Tarifstreit geben, drohen die Gewerkschaften mit dem Scheitern der Verhandlungen. Dann würde es zu flächendeckenden Bahn-Streiks kommen, den größten in der Nachkriegsgeschichte, so Transnet-Chef Norbert Hansen. Seit 1991 habe die Bahn etwa 200.000 Arbeitsplätze abgebaut, davon zwei Drittel in den neuen Bundesländern.

Unter der Rufnummer 0800 / 6644 225 hat die Bahn eine kostenlose Hotline eingerichtet, bei der sich Kunden über mögliche Fahrplanänderungen informieren können.

Quelle: ntv.de