Politik

"Großes Brexit-Unglück" Sturgeon ist "tief enttäuscht" von May

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Nicola Sturgeon will die Schotten erneut abstimmen lassen, ob der Landesteil vom Königreich unabhängig werden soll.

(Foto: REUTERS)

Die britische Premierministerin May trifft sich mit der schottischen Regierungschefin Sturgeon, um über den anstehenden Brexit zu beraten. Das Gespräch verläuft gar nicht gut. Sturgeon sagt, sie wisse "nicht mehr" als vorher.

Die schottische Regierungschefin Nicola Sturgeon hat sich "tief enttäuscht" über ein Vorbereitungstreffen für den britischen EU-Austritt mit Premierministerin Theresa May geäußert. Sie wisse "nicht mehr" als vor dem Treffen, sagte Sturgeon in der Londoner Downing Street, wo die Beratungen mit den Regierungschefs von Schottland, Wales und Nordirland stattgefunden hatten.

Sie werde nicht zusehen, wie Schottland "in ein großes Brexit-Unglück gestürzt" werde, kündigte Sturgeon an. In der vergangenen Woche legte die schottische Regierung dem Parlament in Edinburgh einen Gesetzentwurf für eine erneute Volksabstimmung über die Unabhängigkeit von Großbritannien vor. 2014 war ein solches Gesetz per Referendum mit einem Stimmenanteil von 55 Prozent abgelehnt worden.

May: Keine Sonderregelung für Schottland

Eine Sprecherin Mays sagte vor den Beratungen in der Downing Street, die britische Regierungschefin lehne "die Idee einer Sonderregelung für Schottland" ab. Bei den Verhandlungen mit Brüssel, die im kommenden März beginnen sollen, müsse das Vereinigte Königreich eine "einheitliche" Haltung vertreten, um die Interessen des ganzen Landes zu wahren.

Mays Sprecherin warnte die Schotten davor, die britische Strategie zu "untergraben". Sturgeon erwiderte, sie könne "nicht etwas untergraben, das es gar nicht gibt". May will in den Verhandlungen mit der EU eine Einschränkung der Einwanderung nach Großbritannien erreichen. Ein sogenannter "harter Brexit" würde bedeuten, dass Großbritannien sich vollständig aus dem EU-Binnenmarkt zurückzieht.

An dem Treffen mit May waren auch der walisische Regierungschef Carwyn Jones und die Regierungschefin Nordirlands, Arlene Foster, sowie ihr Stellvertreter Martin McGuinness beteiligt.

Großbritannien hatte bei einem Referendum im Juni mit knapper Mehrheit für einen Austritt aus der EU gestimmt. Während die meisten Engländer und Waliser für den Brexit waren, stimmten Schotten und Nordiren mehrheitlich für den Verbleib in der EU.

Quelle: n-tv.de, bdk/AFP

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