Politik

Ringen um Nordkorea-Lösung Südkorea: Krieg droht

Südkorea rechnet im Konflikt mit dem kommunistischen Norden mit dem Schlimmsten: Sollte die Diplomatie im Atomstreit mit Pjöngjang scheitern, werde dies unvermeidlich zu einem Krieg auf der Halbinsel führen. "Unsere Streitkräfte bereiten sich für den schlimmsten Fall vor", sagte der südkoreanische Verteidigungsminister Lee Jun.

Die Wahrscheinlichkeit, dass Nordkorea den Süden angreife, wenn das Land eine Atombombe baue, sei groß, erklärte Lee. Diese Entwicklung sei zwar nicht zwangsläufig, "aber wir können die Möglichkeit auch nicht ausschließen", fügte er hinzu.

Nordkoreanisches Gesprächsangebot

Nordkorea schlug Seoul unterdessen eine neue Gesprächsrunde über den Bau von Bahnverbindungen und Straßen über die gemeinsame Grenze vor. Das Treffen solle in der kommenden Woche in Pjöngjang stattfinden, sagte ein Sprecher des südkoreanischen Wiedervereinigungsministeriums ohne darauf einzugehen, ob sein Land der Einladung folgen wolle.

An der Grenze zwischen Nord- und Südkorea, die seit dem Krieg von 1950 bis 1953 noch keinen Friedensvertrag geschlossen haben, stehen sich massive Truppenkonzentrationen gegenüber. Nach Angaben aus Seoul hat Nordkorea 1,17 Mio. Mann unter Waffen, Südkorea stellt demnach 690.000 Soldaten. Die USA haben 37.000 Soldaten in Südkorea stationiert.

USA erwarten längeren Konflikt

Die USA gehen den Worten ihres Sondergesandten James Kelly zufolge davon aus, dass im Konflikt um das Atomprogramm Nordkoreas nur langsame Fortschritte erzielt werden können. Nach "sehr guten" Gesprächen mit der chinesischen Regierung betonte Kelly in Peking die Einigkeit der internationalen Gemeinschaft in dem Ziel, die koreanische Halbinsel frei von Atomwaffen zu halten. Es müssten aber noch mehr Gespräche geführt werden, darunter auch mit Nordkorea.

Der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), Mohamed ElBaradei, bezeichnete die Besuche des stellvertretenden russischen Außenministers Alexander Losjukow in China und Nordkorea als möglicherweise entscheidend für Fortschritte. Losjukow wird am Freitag in Peking und am Samstag in Pjöngjang erwartet.

Nordkorea hatte am Mittwoch ein Gesprächsangebot der USA abgelehnt und es als Täuschungsmanöver bezeichnet. Die USA versuchten, die völlige Entwaffnung des Landes durchzusetzen. Das Land ist völlig verarmt und auf Lebensmittel- und Energiespenden angewiesen. Weil es sein Atomprogramm entgegen eines Abkommens von 1994 heimlich fortgesetzt habe, haben die USA ihre Hilfen an das Land im November gestoppt.

Quelle: ntv.de